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11/18/2022

Interview mit Sebastian Freymuth

Als kleiner Junge verfolgte Sebastian Freymuth die Rennen seines Vaters, inzwischen sitzt er selbst im Cockpit. Der Fahrer von HRT Performance spricht im Interview über seine Motorsportkarriere.

Sebastian, du bist in einer Motorsportverrückten Familie aufgewachsen. War dein Weg ins Renncockpit schon zu Kindheitstagen klar geebnet?
Mein Vater ist auch Rennfahrer und daher habe ich als kleines Kind schon früh einen engen Bezug zum Motorsport entwickelt, weil ich oft gemeinsam mit ihm an den Rennstrecken war. Anfang der 2000er ist mein Vater auch im Porsche Carrera Cup Deutschland und im Porsche Mobil 1 Supercup gestartet. Anders als bei mir hatte er aber nicht das Glück, bereits in jungen Jahren unterstützt zu werden.

Wie ging es dann für dich weiter?
Nach einigen Jahren im Kart habe ich 2017 einen Formel-4-Test absolviert, da saß ich zum ersten Mal in einem richtigen Rennauto. Das war ein besonderer Moment für mich. Nach ein paar weiteren Tests bin ich 2019 in Italien meine erste Formel-4-Saison gefahren. Im Formelsport wird es ab einem gewissen Punkt aber unglaublich schwierig. Wenn du wirklich vorne mitfahren möchtest, brauchst du über mehrere Jahre ein ziemlich hohes Budget. In der Formel 2 gibt es viele sehr talentierte Fahrer, trotzdem schafft es am Ende nur ein kleiner Teil in ein Formel-1-Cockpit.

Für dich ging es im GT-Sport weiter. Erinnerst du dich noch an dein erstes Rennen in einem GT-Fahrzeug?
Ja klar. Das war 2021 und zwar direkt ein Langstreckenrennen: Die 24 Stunden von Dubai. Da bin ich mit einem Porsche 911 GT3 Cup gefahren, allerdings noch im Vorgängermodell. Leider sind wir im Rennen frühzeitig ausgeschieden, trotzdem war es eine tolle Erfahrung.
Warum hast du dich dieses Jahr für den Porsche Carrera Cup Deutschland entschieden?
Mein erstes Jahr im Carrera Cup Benelux war wichtig, um erstmal in die Porsche- Markenpokal reinzukommen und das Auto besser kennenzulernen. Dieses Jahr wollte ich den nächsten Schritt gehen und dafür war der deutsche Carrera Cup optimal. Hier kann man sich mit Top-Fahrern messen. Larry ten Voorde, Laurin Heinrich oder Dylan Pereira starten ja beispielsweise auch im Porsche Mobil 1 Supercup.

Welche Strecke aus dem Rennkalender gefiel dir besonders gut?
Der Red Bull Ring zählt bei vielen Fahrern nicht unbedingt zu den Favoriten, aber ich mag die Strecke sehr gern. Dort war ich zu Formel-4-Zeiten gut unterwegs. Mir gefallen die Kurvenkombinationen am Red Bull Ring, speziell die erste Kurve und die Berg-auf-Passage bis zur Spitzkehre. Durch das Gefälle muss man vor einigen Kurven auch früher bremsen, das macht die Strecke besonders.

War dir schon immer klar, dass du Rennfahrer werden möchtest?
Mit meiner Familie war ich in Kindheitstagen viel auf der Skipiste. Später bin ich in einen Ski-Club eingetreten, habe viel trainiert und auch an Rennen teilgenommen. Nach meinem Wechsel in die Formel 4 hatte ich dann leider nicht mehr ausreichend Zeit. Außerdem ist im Slalom bzw. Riesenslalom die Verletzungsgefahr auch ein Faktor und mein Fokus liegt inzwischen klar auf dem Motorsport.
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