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11/17/2022

DER LETZTE TANZ

Die zweite Saison der Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing Contender Series ist zu Ende. Dieses Jahr ging es für die Teilnehmer vom Hockenheimring nach Silverstone in England, zum Red Bull Ring in Österreich, nach Watkins Glen in den Vereinigten Staaten, zurück nach Deutschland zum Nürburgring und dem Finale in Italiens Imola. Sieben spannende Wochen, sechs Runden voller Action und 34 Fahrer, für die es um nichts Geringeres ging als die letzte Chance für einen der begehrten Plätze im kommenden Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing 2023.

SECHS RUNDEN, EIN RÜCKBLICK

Direkt die erste Runde in Hockenheim löste beim Gewinner, dem Brasilianer Jeff Giassi, Freudentränen aus. Dabei war der Sieg alles andere als geschenkt. Besonders in der letzten Runde musste sich Giassi mit allen möglichen Mitteln gegen Vecchio behaupten. Die Rennwagen mögen zwar nicht real sein, die Emotionen und die Spannung sind es dafür umso mehr. Wie wichtig dieser besondere Moment für Giassi gewesen ist, zeigte die Familie, die ihm direkt nach dem Rennen vor der Kamera gratulierte. Den emotionalen Triumph kann man sich hier noch einmal anschauen.

Die zweite Runde in Silverstone ging an den Finnen Tuomas Tähtelä. Der frühe Vorsprung auf der Strecke hätte den Sieg leicht gemacht, wäre da nicht Valentin Mandernach gewesen. Der gerade einmal 16-Jährige blieb Tähtelä auf den Fersen und sorgte damit für eine ungewöhnliche Achterbahn der Emotionen bei der sonst kühlen und gelassenen finnischen Natur. Am Ende konnte Tähtelä den Abstand halten und den Grundstein für einen Platz im Supercup legen.

Die dritte Runde am Red Bull Ring stand ganz im Zeichen der Überholmöglichkeiten. So auch für Jensen, der direkt zu Beginn Vialatte überholte und das Feld von da aus anführte. Der Rest des Feldes folgte dem Beispiel, konnte aber den Vorsprung von 2,5 Sekunden zu den Führenden Jensen, Vialatte, Ariel und Tähtelä nicht aufholen. Für Vecchio auf Platz 5 war das Ziel klar: auf Nummer sicher gehen, die Position halten und seine Verfolger hinter sich lassen. Andernfalls hätte er seine Platzierung im Rennen für den Versuch anzuschließen riskieren müssen. Das Einzige, was den vier Führenden nur noch in die Quere kommen konnte, waren sie selbst. Statt Risiko entschieden sie sich für ein Rennen ohne Platz für Fehler. Für Jensen war es die ideale Voraussetzung, das Rennen komfortabel auf Platz 1 zu beenden. Glückwunsch!


Die vierte Runde in Watkins Glen trägt den liebevollen Spitznamen „Der Vorfall“. Die Nerven behalten konnten vorwiegend die beiden 16-jährigen und jüngsten im Feld, Mandernach und Collins, als sie die Führung übernahmen. Turbulenter wurde es auf den nächsten Plätzen zwischen Tähtelä auf Platz 3 und Jarschel auf Platz 4. Nach einem Zwischenfall fiel der Finne auf Platz 13 zurück. Zwar versuchte Tähtelä Plätze wiedergutzumachen, leider führte der Versuch zu einem massiven Crash, der ihn selbst, Melchers, Kita, Caruso, Vialatte, Jensen, Maciejewski, Giassi, Nielsen und Williams verwickelte. Währenddessen machten Mandernach und Collins für die meiste Zeit die Führung unter sich aus, nur um in der 15. Runde von Marcenò überholt zu werden, der das Rennen dann am Ende für sich entschied.

Die fünfte Runde an der Grand-Prix-Strecke vom Nürburgring startete direkt mit Kollisionen. Melchers rutschte über eine Ecke direkt in Sipilä hinein. Wie durch ein Wunder konnten sich beide Fahrer im Rennen halten. Eng wurde es auch zwischen Ariel und Vialatte. In der neunten Runde führte ein Überholmanöver von Ariel zu einer weiteren Kollision. Auch hier konnten beide Fahrer die Kontrolle über ihre Rennboliden behalten und das Rennen auf Platz 2 und 3 beenden. Trotz der Ereignisse auf der Strecke behielt Kevin Nielsen die Nerven und sicherte sich mit einem beachtlichen Vorsprung den ersten Platz. Geduld war in diesem besonderen Rennen definitiv eine Tugend und letzten Endes auch das ausschlaggebende Erfolgsrezept.

Runde 6. Imola. Das letzte Gefecht. Gleich zu Beginn kollidierten Josh Thompson und Bryn Collins ineinander. In der fünften Runde versuchte Mandernach auf Platz 12 nach einer engen Verfolgungsjagd an Biksrud auf der Innenbahn vorbeizuziehen, verlor im entscheidenden Moment die Kontrolle und fiel mit einer Slow-down-Strafe auf Platz 15 zurück. Den Spaß und die gute Laune ließ er sich davon aber nicht nehmen. Kurz darauf der nächste Vorfall: Bak, der als Favorit aus den Qualifiers startete, landete im Gras, nachdem Tähtelä ihn in der Kurve schnitt. Eine unglaubliche Wendung für den Favoriten, der seinen dritten Platz verlor und außerhalb der Top 15 landete.


Die letzten acht Runden sollten nicht gemütlich für unsere Fahrer werden. Ein enges Feld verfolgte Stokbæk Jensen auf Platz 1 und Bico, der bis hierhin seinen zweiten Platz behauptete. Ein Dreher schickte Jensen in den Schotter und damit auf den 23. Platz. Nielsen nutzte die Chance und übernahm die Führung dicht gefolgt von Ariel. Bico verlor in der Zwischenzeit zwei Plätze, konnte das Rennen aber noch mit dem dritten Platz auf dem Podium beenden. Am Ende ging Ariel vor Mangan als Sieger hervor und ist damit der zweite Brasilianer, der ein Rennen in der diesjährigen Contender Series für sich entscheiden konnte.

CONTENDER SERIES TRIFFT AUF SUPERCUP

Das waren die Highlights der einzelnen Runde. Doch wie geht es jetzt weiter? Insgesamt gab es 34 Teilnehmer. Darunter Gustavo Ariel, Philippe Bouchard, William Chadwick und Christopher Dambietz, die dank einer Wildcard angetreten sind. Das Fahrerfeld für den nächsten Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing 2023 setzt sich zusammen aus der Top 15 der Contender Series und der Top 15 des letzten Porsche TAG Heuer Esports Supercup.

DIE ZIELLINIE

Das sind sie also, die Gewinner der diesjährigen Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing Contender Series 2022: Mit unglaublichen 307 Punkten ist der Finne Tuomo Tähtelä Gesamtsieger. Knapp dahinter konnte sich Gustavo Ariel mit 297 Punkten den zweiten Platz sichern. Der dritte Platz ging an Kevin Nielsen mit 267 Punkten. Diese ereignisreiche Saison macht jetzt schon Lust auf mehr. Zuerst heißt es aber für die Teilnehmer vorbereiten, bevor es am Samstag, dem 4. Februar 2023 zurück auf die virtuelle Strecke geht – dieses Mal im Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing 2023. Wir freuen uns schon jetzt auf die kommende Saison, die ihr auf Twitch.tv/Porsche live mitverfolgen könnt.
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