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10/27/2022

Virtuelles Training für echte Resultate.

Am 14. Januar beginnt die 9. Saison der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. Knapp drei Monate vor dem Start laufen die Vorbereitungen beim TAG Heuer Porsche Formel E Team bereits auf Hochtouren. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Rennsimulator. Mit ihm werden Fahrer, Ingenieure und Autos optimal auf die Saison vorbereitet.

Nach einer aufregenden 8. Saison bleibt keine Zeit zum Ausruhen. In Weissach arbeitet das Team bereits intensiv auf die nächste Saison hin. Während im Dezember weitere Tests in Valencia geplant sind, liegt der aktuelle Fokus auf dem Simulator-Training.


Das realistische Feedback im Simulator macht die virtuellen Einheiten zur ultimativen Trainingsmethode. Das Cockpit ist eine maßstabsgetreue Nachbildung des echten 99X Electric Gen3 mit voll funktionsfähiger Ausstattung. Die dynamische Plattform ahmt die Beschleunigung und physischen Eigenschaften der Rennstrecke nach.

Man darf nicht vergessen: Die Fahrer bestreiten die 9. Saison in brandneuen Boliden, die mit mehr Leistung und anderen Reifen ausgestattet sind. Die direkten Auswirkungen auf die Bremsen, die Lenkung und die Traktion machen das Training im Simulator unverzichtbar. Durch den zusätzlichen Frontantrieb ist auch eine effizientere Energierückgewinnung möglich, daher ist eine entsprechende Eingewöhnung essenziell. Fahrer dürfen nicht zögern und müssen in Sekundenbruchteilen blitzschnelle Entscheidungen treffen. Mensch und Maschine müssen eins werden – und das braucht Zeit. An einem typischen Tag verbringen die Fahrer bis zu acht Stunden im Simulator.


Das Auto richtig kennenzulernen ist eine Sache. Die eigentliche Stärke des Simulators liegt aber in der detailgetreuen Nachbildung von echten Strecken und Fahrbedingungen. Das ist wichtig, da es sich bei den meisten Rennlocations nicht um fixe Rennstrecken handelt. Jeder Kurs kann basierend auf früheren Layouts simuliert werden. Kurz vor dem Renntag können diese durch gescannte Streckenmodelle oder dem Track Walk mit hundertprozentiger Genauigkeit feinjustiert werden. In der Regel können drei bis vier Vorbereitungstage pro Rennveranstaltung im Simulator eingeplant werden. So können beide Fahrer umfangreiche Erfahrungen zu freien Trainings, Qualifying und Rennen sammeln. Dabei werden sie auch unerwarteten Ereignissen ausgesetzt, wie zum Beispiel Unterbrechungen durch das Safety-Car, rote Flaggen oder plötzlichen Wetterveränderungen.


Parallel dazu ist der Simulator mit einem Kontrollraum verbunden, wo die Renn- und Performance-Ingenieure in Echtzeit mit den Daten arbeiten. Durch die Simulation verschiedener Strecken und Bedingungen können sie die Software abstimmen, um die Energieeffizienz und die Leistung zu maximieren. Auch weitere Einstellungsparameter für die Fahrzeuge, wie zum Beispiel die Radaufhängung und das Lenkverhalten, werden von hier gesteuert.


Während des gesamten Trainings stehen die Fahrer, Renningenieure und Performance-Ingenieure in ständiger Kommunikation miteinander – sowohl während der Fahrt als auch in den Pausen. So kann man stets Notizen vergleichen, berechnen und rekalibrieren. Die Daten aus früheren Simulationsfahrten können ebenfalls überprüft und Bedingungen sogar exakt nachgestellt werden, um die Leistungsgrenzen auszureizen. Genau wie die außergewöhnlichen Rennmaschinen funktioniert das TAG Heuer Porsche Formel E Team wie eine Reihe von fein aufeinander abgestimmten Komponenten. Im Simulator-Training setzt das Team also alles daran, die 9. Saison erfolgreich zu gestalten.

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