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8/23/2022

Die Saison 8 der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft im Rückblick

Das spektakuläre Finale der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft 2022 in Seoul hallt noch immer nach. Der ideale Zeitpunkt, eine ereignisreiche Saison Revue passieren zu lassen und die Leistung des TAG Heuer Porsche Formel E Teams genauer zu betrachten.

Die Erwartungen zu Beginn der Saison waren hoch. Schnellere Rennboliden mit einer Motorleistung von 220 kW und bis zu 250 kW während des Attack Modes versprachen neben einem neuen aufregenden Qualifying-Format intensivere Action auf der Rennstrecke. Die Voraussetzungen für eine mitreißende Saison waren damit gegeben.


Schon der Auftakt in Saudi-Arabien erfüllte alle Erwartungen: Die Saison startete mit einem Double-Header bei Nacht entlang der historischen Stadtmauern von Diriyah, um der Wüstensonne zu trotzen. Bereits im Qualifying zeigten André Lotterer und Pascal Wehrlein gute Leistungen und konnten sich auch während des Rennens an der Spitze des Feldes behaupten. Probleme mit dem Energiemanagement kosteten beiden Fahrern am Ende leider einige Plätze – die schwierigen Witterungsverhältnisse verschlimmerten die Situation noch zusätzlich.

Vom Ehrgeiz gepackt, sollte das nächste Rennen in Mexico am 12. Februar ein voller Erfolg werden. Gesagt, getan! Die Strategie war perfekt und die Umsetzung fehlerfrei. Eine großartige Mannschaftsleistung führte zu einem spektakulären Doppelsieg, der das Publikum im Stadion Autódromo Hermanos Rodríguez in Ekstase versetzte.


Mit diesem Ergebnis im Rücken fieberte das Team dem Double-Header am 9. und 10. April in Rom entgegen und hoffte auf ähnlich starke Leistungen. Allerdings sollte dies von unvorhergesehenen Umständen getrübt werden: Verzögerungen durch das Safety-Car brachten die minutengenaue Energieberechnung der Fahrer durcheinander. Obwohl André dem führenden Kontrahenten im zweiten Rennen dicht auf den Fersen war, hatte er zum Ende hin bedauerlicherweise nicht genügend Kraftreserven übrig, um dranzubleiben. Im Fahrerfeld eingeengt, belegten unsere Fahrer dann den vierten und sechsten Platz.


Die Entschlossenheit, die verlorenen Punkte in Monaco wieder aufzuholen, wurde dadurch nur noch größer. Doch dazu sollte es nicht kommen: Obwohl beide Fahrer die Strecke gut kennen, schieden sie innerhalb weniger Minuten aus dem Rennen aus. Pascals 99X Electric meldete einen Defekt, während André in eine Kollision verwickelt wurde, bei der er zum Glück nur eine leichte Handverletzung davontrug.


Unbeirrt blickte das Team im Mai auf den heimischen E-Prix in Berlin, der mit einem besonderen Format daherkam: Während die Teams am Samstag mit dem Uhrzeigersinn starteten, wechselte das Streckenlayout am Sonntag die Richtung. Die raue Betonpiste verlangte Reifen und Fahrwerk jedoch alles ab, was das Team leider wichtige Plätze kostete. Dennoch nahm man aus beiden Rennen wertvolle Punkte mit.


Das darauffolgende Rennen am 4. Juni sollte anders werden. Beim Jakarta E-Prix – dem ersten Renn-Event in Indonesien – zeigten beide Fahrer solide Leistungen und trotzten extremer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und starker Konkurrenz. Trotz eines vielversprechenden Starts erhielt André eine 5-Sekunden-Strafe für eine Kollision mit einem anderen Mitstreiter. Am Ende fuhr nur Pascal als Sechster in die Punkte. Damit belegte das TAG Heuer Porsche Formel E Team zur Halbzeit der 8. Saison den fünften Platz in der Teamwertung.


Die nächste Herausforderung erwartete unsere Fahrer in Marrakesch: Auf dem Circuit Moulay El Hassan verlangten die Hitze der marokkanischen Wüste und überhitzte Batterien dem Team alles ab. Aufgrund eines Sensordefekts wurde Andrés erste Runde 0,045 Sekunden zu spät aufgezeichnet, was dazu führte, dass alle anderen Rundenzeiten annulliert wurden. Ein Platz weiter hinten im Feld und nicht genügend Leistung machten den Kampf um Spitzenplätze unmöglich.


Alle Augen richteten sich nun auf den Double-Header in New York. Das erste Rennen am Samstag verlief katastrophal. Bei einem plötzlichen Regenschauer kamen mehrere Wagen von der Strecke ab, darunter auch beide 99X Electrics. Der Unfall führte zum Rennabbruch. Pascal sicherte dabei trotzdem wertvolle Punkte. Am Sonntag zeigten beide Fahrer nach einem holprigen Start eine solide Leistung, allerdings konnte lediglich André zwei Punkte für das Team einfahren.

Der London E-Prix am 30. und 31. Juli markierte den vorletzten Double-Header der Saison. Obwohl die ExCeL-Strecke eine schwierige zum Überholen ist, konnten André am ersten und Pascal am zweiten Renntag von der hinteren Startreihe aus in die Punkte fahren. Am Samstag fiel André jedoch schließlich auf den zwölften, und Pascal am Sonntag auf den zehnten Platz zurück. Beide Fahrer belegten so an beiden Tagen die gleiche Endplatzierung.


Nun stand mit dem Saisonfinale ein vielversprechender Double-Header in Seoul bevor. Der allererste E-Prix in Südkorea bot ein besonderes Rennspektakel am Olympiastadion und gipfelte in einem riesigen Konzert mit einigen der größten Popstars des Landes. Zu diesem besonderen Anlass zeigten sich sowohl Fahrer als auch der 99X Electric im einmaligen Frozen Blue Look – angelehnt an die neue TAG Heuer Connected Calibre E4 Porsche Edition Smartwatch. Die hohen Erwartungen wurden trotz eines guten Starts durch viel Pech und einen Rennunfall gedämpft. Im ersten Rennen war André einer von acht Fahrern, die aufgrund des heftigen Regens in die Mauer rutschten. Auch am Sonntag war er bereits in der ersten Kurve in ein Durcheinander verwickelt. Pascal konnte sich zehn Runden auf der Strecke halten, bevor seine rechte Vorderradaufhängung bei einer Kollision mit Vorjahressieger Nyck de Vries beschädigt wurde und das auch ihm die Weiterfahrt unmöglich machte.

Die Saison endete abrupt. Trotzdem denkt das Team nicht darüber nach, was hätte sein können. Zwar hatte man sich mehr als den siebten Platz in der Gesamtwertung erhofft, aber in Sachen Spannung und Unterhaltung konnte die Saison mehr als überzeugen. Mit großer Vorfreude richtet sich der Blick schon jetzt auf Saison 9. Während wir uns von André Lotterer verabschieden, begrüßen wir António Félix Da Costa im Team. Neben einem neuen Fahrer wird auch ein brandneuer Wagen sein Debüt mit uns feiern: Gen3. Das TAG Heuer Porsche Formel E Team war noch nie so bereit wie jetzt.

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