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PESC 2022 Season Recap

6/23/2022

Recap – Das war der PESC 2022

Es ist der 5. Februar an der digitalen Startlinie in Hockenheim. 35 der weltbesten Simracer nehmen einen letzten tiefen Atemzug, bevor der Startschuss für den Porsche TAG Heuer Esports Supercup 2022 fällt. Was die virtuellen Athleten schon zu diesem Zeitpunkt wissen: Die härteste Simracing-Rennserie der Welt würde dieses Jahr ihr ganzes fahrerisches Können abverlangen.

 

Denn dieses Jahr sollte es um mehr als die Gesamtsumme von 200.000 Dollar in der Rennsimulation iRacing gehen. Es musste ein neuer Champion her. Joshua Rogers, der amtierende Titelträger, gehörte dieses Jahr nicht zu dem Starterfeld.

 

Wer würde also die neue Favoritenrolle einnehmen? Würde Sebastian Job, der Champion von 2020, an seinen Erfolg anknüpfen oder würden wir neue Fahrer an der Spitze sehen? Fragen, die allen Simracing-Fans und unseren Simracern bis zur letzten Sekunde durch den Kopf gingen…und dann fiel der Startschuss.



#1 Hockenheimring – Ayhancan Güven triumphiert auf Hockenheimring

Das erste Rennen der Saison hatte direkt alles, was man sich von einem Auftakt wünscht. Spannende Kopf-an-Kopf-Duelle um die Führung, Kollisionen, die Konkurrenten aus Haarnadelkurven schleudern und einen Titelanwärter, der jetzt schon auf sich aufmerksam macht. Am Ende holte sich Coanda-Fahrer Ayhancan Güven den ersten Platz auf dem Treppchen und feierte damit den ersten PESC-Sieg in seiner Karriere. Den zweiten Platz sicherte sich Graham Caroll und der dritte Platz ging an den Franzosen Jeremy Bouteloup.

 

Simracing-Fans, die darauf gewettet haben, Sebastian Job in den vorderen Rängen zu sehen, wurden leider enttäuscht. Ein Zwischenfall in der dritten Runde in der besagten Haarnadelkurve begrub schon früh seine Chancen auf ein erfolgreiches erstes Rennen.


#2 Circuit de Barcelona-Catalunya – Alles neu macht Spanien

Im Motorsport zeigt das zweite Rennen oft, wer in Zukunft um die vordersten Plätze mitfahren wird. Auch beim PESC sorgten die Ergebnisse für eine neue Überraschung. Eine, die jetzt nach der Saison eigentlich keine gewesen ist. Mit einem Start-Ziel-Sieg machte Kevin Ellis Jr. auf dem virtuellen Circuit de Barcelona-Catalunya im Hauptrennen auf sich aufmerksam – im Auftaktrennen reichte es gerade mal für Platz 18.

 

Aufmerksam zuschauen, wie wichtige Punkte einem durch die Finger rinnen, mussten viele der Top-Fahrer schon in der zweiten Runde des Rennens. Nach einem Auffahrunfall in Kurve 10, verlor Charlie Collins die Kontrolle seines 510 PS starken Porsche 911 GT3 Cup und riss Pinto, Sanchez, Caroll, Warren, Collins und Berryman mit von der Strecke.

 

Kein Glück hatte wieder einmal Sebastian Job, der mit einer zusätzlichen Portion Pech in den Zwischenfall mit hineingezogen wurde und das Rennen gerade mal auf Platz 25 beenden konnte.



Pinto fährt mit seinem Porsche 911 GT3 Cup als Sieger des  Sprintrennens über die Ziellinie
Simracer versuchen sich im Porsche 911 GT3 Cup vom restlichen Feld abzusetzen
Enger Zweikampf zwischen Fluke und Campbell im Porsche 911 GT3 Cup
Kollision mit dem Porsche 911 GT3 Cup wirft Simracer von der Strecke
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Renne #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona
Porsche TAG Heuer Esports Supercup Rennen #2 Barcelona

#3 Autódromo José Carlos Pace – Comeback eines Champions

Im dritten Rennen der Saison ging es für die 35 Simracer nach Brasilien. Lief es in den ersten beiden Rennen noch schlecht für Sebastian Job, kann man Interlagos mittlerweile als seinen persönlichen Wendepunkt in der Saison bezeichnen.

 

Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg im Sprintrennen holte er sich wichtige Punkte, die noch den Anfang eines phänomenalen Comebacks bedeuten sollten. Ein echtes Highlight feierte auch der Amerikaner Zac Campbell. In der vorletzten Runde setzte er sich gegen Warren und Ellis durch und überquerte die Ziellinie zum ersten Mal als Sieger in einem PESC-Rennen.

 

Auch für den Portugiesen Diogo C. Pinto sollte Brasilien eines der wichtigsten Rennen werden. Mit seinen Punkten aus allen drei Rennen übernahm er ab hier die Tabellenführung in der Saison und sollte sie auch bis ins Finale halten.

 

Jeremy Bouteloup musste sich vorerst mit dem zweiten Platz begnügen. Güven konnte mit zwei Top-10-Platzierungen seinen dritten Platz verteidigen, leider zum letzten Mal.

Simracer versuchen sich im Porsche 911 GT3 Cup vom restlichen Feld abzusetzen
Enger Zweikampf zwischen Pinto und Ellis im Porsche 911 GT3 Cup
Campbell und Ellis eng nebeneinander im Porsche 911 GT3 Cup
Güven versucht sich im Porsche 911 GT3 Cup vom restlichen Feld abzusetzen

#4 Silverstone – Ein 2020 Déjà-vu

Vier Rennen, vier verschiedene Gewinner. Zum Glück für alle Motorsportenthusiasten, selbst nach dem vierten Rennen auf Englands Klassiker konnte noch kein Simracer die Favoritenrolle für sich beanspruchen, es sollte also weiterhin spannend bleiben.

 

Einer der Silverstone spätestens ab jetzt zu seinen Favoriten zählen dürfte, ist Alejandro Sanchez. Mit einem knappen Vorsprung von nur 0,282 Sekunden gewann er das Rennen und das bereits zum zweiten Mal. Auch 2020 stand er am Ende ganz oben auf dem Treppchen.

Für Nervenkitzel sorgten die drei Briten Kevin Ellis Jr., Jamie Fluke und Sebastian Job auf Platz drei bis fünf. Nur je ein Punkt trennte die Fahrer nach dem Rennen voneinander. Jeremy Bouteloup, der bis hierhin noch in den vorderen Plätzen der Tabelle zu finden war, fiel mit Platz elf im Sprint- und Platz 26 im Hauptrennen zurück auf den sechsten Platz.



Alejandro Sanchez im 911 GT3 Cup führt das Rennen an
Zweikampf im Porsche 911 GT3 Cup
Sebastian Job führt das Feld an im Sprintrennen
Nur wenige Meter trennen die 911 GT3 Cup im Spitzenfeld voneinander
Gastfahrer Casey Kirwan fährt im Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport über die Ziellinie

#5 Red Bull Ring – Halbzeit und Heimspiel

Eigentlich sah es für den Sieger des Hauptrennens in Interlagos Zac Campbell von Platz drei nach einem weiteren vielversprechenden Rennen aus, wäre da nicht die erste Kurve auf dem Red Bull Ring. Campbell verlor die Kontrolle seines 911 GT3 Cup und brachte andere Fahrer wie seinen Teamkollegen David Williams und Graham Carrol von der Strecke.

 

Fast schon angekündigt, hat sich der Sieg im Hauptrennen von Sebastian Job. Mit seinen zwei Sprintsiegen in den beiden vorherigen Rennen war es nur eine Frage der Zeit, bis Job auch in einem Hauptrennen den Sieg für sich beansprucht. Dass es ausgerechnet im Heimrennen seines Teams passieren sollte, fällt schon in die Kategorie „Right time, right race“.

 

Dabei war es kein Selbstläufer. Diogo C. Pinto, der als Tabellenführer in den fünften Saisonlauf gestartet war, gelang eine würdige Aufholjagd, die ihn bis nach vorn auf den zweiten Rang brachte – am Ende ging der Sieg nur knapp an Job. Den dritten Platz beanspruchte Collins für sich.



Kevin Ellis Junior führt das Feld im Sprintrennen an
Sebastian Job führt im Porsche GT3 Cup
Casey Kirwan setzt sich durch

#6 Circuit Gilles Villeneuve – Start in die zweite Saisonhälfte

Mit fünf Rennen im Rücken ging es für die Simracer im sechsten Rennen auf den kanadischen Circuit Gilles Villeneuve. Diogo C. Pinto führte zu dem Zeitpunkt die Saisontabelle an. Kevin Ellis Jr., der dank konstanten Platzierungen in der Top 10 seinen zweiten Platz behaupten konnte und der mittlerweile auf den dritten Platz aufgerückte Sebastian Job waren dem Portugiesen aber auf den Fersen.

 

Der eigentliche Star des Abends war aber Dayne Warren, um den es nach seinem ersten Sieg im ersten Rennen ruhig geworden ist. Er entschied das Rennen für sich und holte sich damit nicht nur seinen zweiten Sieg der Saison, sondern positionierte sich wieder zurück in den Top 10 in der Tabelle.

35 der weltbesten Simracer fahren in Montréal um den Sieg