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In dieser Folge „Zooming In: Chassis“ gibt das TAG Heuer Porsche Formel E Team einen exklusiven Einblick ins Innere der Rennboliden.

4/14/2022

Ein Blick unter die Livery. Zooming In: Chassis

Willkommen bei Zooming In, dem exklusiven Blick hinter die Kulissen des TAG Heuer Porsche Formel E Teams. In dieser Episode führt Lead Race Engineer Olivier Champenois durch die Besonderheiten des Chassis und der Karosserie des 99X Electric.

Nicht jeder Rennwagen ist gleich. Aber in der Formel E ist es besonders schwer, sie voneinander zu unterscheiden. Die strengen Regularien der Weltmeisterschaft machen es den Teams faktisch unmöglich, sich durch eine eigene Konstruktionsweise der Boliden einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Das setzt die Renningenieure natürlich unter enormen Druck. Sie müssen an die Grenzen des Möglichen gehen, ohne sie dabei zu überschreiten. „Die Teams in der Formel E haben nur wenig Raum für Veränderungen an Chassis und Karosserie – und keinen für Fehler.“, erklärt Champenois. 

Die Basis des Fahrgestells ist das Monocoque. Das ist der Rahmen, an dem Karosserie und Aufhängung befestigt sind und in den Motor, Antriebsstrang, Batterie, Kabelbaum und Cockpit eingebaut werden. Der komplette Zusammenbau des Rennwagens dauert bis zu drei Tagen. Für die Rennevents wird zusätzlich ein, bis auf dem Antriebsstrang, fertiges Ersatz-Chassis vorbereitet. Bei Bedarf kann es in weniger als zwei Stunden einsatzbereit gemacht werden.

Trotz der enormen Kräfte, denen das Monocoque standhalten muss, wiegt es gerade einmal ein Zehntel des Gesamtgewichtes des 99X Electrics. Dies verdankt es dem Carbon Composite Material, aus dem es geformt wird. Das daraus resultierende Gewicht-Stärke-Verhältnis und die gleichzeitig hohe Steifheit bilden die perfekte Grundlage für die Karosserie.

Elegant, futuristisch, effizient: Während die Form des 99X Electrics zwar an andere Rennwagen erinnert, ist das Design bei genauerer Betrachtung extrem auf den Einsatz in der elektrischen Rennserie spezialisiert. Für eine bessere Traktion erzeugen die vorderen Kotflügel und ein Heckdiffusor – kein Spoiler – einen Abtrieb, der das Auto auf der Strecke hält. Jeder Zentimeter der Karosserie ist auf maximale aerodynamische Effizienz ausgelegt: Die vorderen Kotflügel verdecken die Räder, wodurch der Luftwiderstand minimiert wird. Gleichzeitig hat die Sicherheit im Cockpit höchste Priorität. Sowohl der Halo oben auf dem Monocoque als auch der Überrollbügel schützen den Kopf des Fahrers. Seitlich angebrachte Schutzkegel sowie die vorderen und hinteren Crashstrukturen sind so konstruiert, dass sie die bei gefährlichen Kollisionen wirkenden Kräfte abdämpfen.  

Mit Boliden, die ausschließlich aus genormten Teilen der von der FIA bestimmten Herstellern bestehen und einem Regularium, das eine maximale Abweichung von 50 mm erlaubt, ist eine der wenigen Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung die Lackierung. Der Vorteil dieser strengen Auflagen ist jedoch, dass sie ein Teilnehmerfeld auf Augenhöhe schaffen und den Fokus auf das aufregendste Unterscheidungsmerkmal dieses Sports verlagern: die einzigartige Kombination aus dem Zusammenspiel der individuellen Fähigkeiten der einzelnen Teammitglieder, dem fahrerischen Können, der Hingabe zum Sport und echtem Teamspirit. Und von all dem hat das TAG Heuer Porsche Formel E Team reichlich.

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