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12/3/2021

Thomas Laudenbach im Interview

„Wir wollen als Porsche Motorsport die Elektrifizierung vorantreiben und nicht fast Follower sein“, sagt Thomas Laudenbach. Wie der Leiter des Porsche Motorsports das Jahr 2021 erlebt hat, wie er sich in seiner neuen Position eingefunden hat und wo es 2022 hingeht, das hat er im Interview für den Porsche Motorsport Hub erzählt.

Frage: Wie ordnest du das Porsche Motorsport Jahr 2021 ein?

 

Thomas Laudenbach: Es war ein herausforderndes Jahr, nach wie vor unter dem Einfluss der Pandemie. Im Kundensport war es dennoch wirtschaftlich und sportlich sehr erfolgreich. Die meisten Veranstaltungen konnten stattfinden und wir durften auch wieder Zuschauer an der Strecke begrüßen. Unsere Kunden haben unzählige Siege errungen – das freut mich besonders. Weltweit gab es in 2021 30 Markenpokale, das ist beeindruckend. In der WEC haben wir mit dem RSR trotz toller Leistungen der Entwicklungsmannschaft, des Teams und der Fahrer die Weltmeisterschaft beim Saisonfinale in Bahrain unglücklich in den letzten Minuten verloren – ein bitterer Moment, aber auch das gehört zum Motorsport dazu. In der Formel E haben wir uns kontinuierlich verbessert, haben es aber nicht geschafft dies in Ergebnisse umzusetzen – am Ende enttäuschend für alle Beteiligten.

Frage: Was nimmst du persönlich aus 2021 mit?

 

Thomas Laudenbach: Dass wir eine tolle Mannschaft haben und leistungsfähige Partner – eine sehr gute Basis. Die Herausforderungen in den kommenden Jahren sowohl im Kundensport als auch im Werksmotorsport sind enorm. Gerade in Rennserien wie der Formel E und zukünftig mit den LMDh-Prototypen müssen wir uns noch besser auf die spezifischen Randbedingungen einstellen und noch fokussierter arbeiten als bisher.    

„Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß – es ist eine Herausforderung.“

Thomas LaudenbachLeiter Porsche Motorsport

Frage: Wie waren deine ersten Monate als neuer Leiter des Porsche Motorsport?

 

Thomas Laudenbach: Sehr intensiv, die Lernkurve ist steil. Fritz Enzinger steht mir beratend zur Seite, das ist sehr hilfreich und dafür bin ich ihm dankbar. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß – es ist eine Herausforderung. Wir haben begonnen, mit der Führungsmannschaft ein paar Weichen für die Zukunft zustellen, daran werden wir weiterhin arbeiten. 

 

Frage: Was waren deine persönlichen Motorsport High- und Lowlights dieses Jahr?

 

Thomas Laudenbach: Highlight sicherlich die Ernennung zum Leiter Motorsport und der erfolgreiche Saisonabschluss der IWSC in Road Atlanta beim Petit Le Mans für unsere Kundenteams sowohl in der GTD- als auch GTLM-Klasse. Lowlights waren der „verlorene“ WM-Titel beim WEC Saisonfinale in Bahrain und die Aberkennung des Formel E Sieges in Mexico.  

 

 

Frage: Die Formel E, GT-Serien und Weltmeistertitel: Was sind eure Ziele für 2022?

 

Thomas Laudenbach: Im letzten werksseitigen Jahr mit dem RSR die WEC und Le Mans zu gewinnen, in der Formel E endlich ganz oben auf dem Podium zu stehen und um die Weltmeisterschaft mitzufahren und mit unseren Kunden weltweit das bereits sehr erfolgreiche Jahr 2021 zu übertreffen.

„Wir müssen auch in Zukunft siegreich in den Serien sein, in denen wir antreten – das ist und bleibt unser oberstes Ziel.“

Thomas LaudenbachLeiter Porsche Motorsport

Frage: Wie sieht der Porsche Motorsport der Zukunft in deiner Vorstellung aus – auch mit Blick auf den kürzlich vorgestellten Mission R?

 

Thomas Laudenbach: Wir müssen auch in Zukunft siegreich in den Serien sein, in denen wir antreten – das ist und bleibt unser oberstes Ziel. Dabei wird sich die Landschaft verändern, Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden auch im Motorsport eine noch größere Rolle spielen als bisher. Wir wollen als Porsche Motorsport die Elektrifizierung vorantreiben und nicht fast Follower sein. Mit dem Mission R als Konzept für ein Kundensportfahrzeug haben wir uns diesbezüglich auf den Weg gemacht. Motorsport wird auch in Zukunft ein fester Bestandteil von Porsche sein. Unsere Aufgabe ist es, dafür alles Notwendige dafür zu tun …

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