Hauschild während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke

9/7/2021

Kim Hauschild im Interview

Seine ersten Schritte im Motorsport machte Kim Hauschild im Tourenwagen-Sport, über die Langstrecke kam der 30-Jährige in den Porsche Carrera Cup Deutschland. Im Interview spricht der Fahrer von HRT Motorsport über sein spontanes Carrera-Cup-Debüt und den eigenen Vater als Teamchef.

Kim, wie bist du zum Motorsport gekommen?

Anders als viele meiner Konkurrenten bin ich nie in nationalen oder internationalen Kartserien gefahren. Mein Einstieg war 2007 direkt im Tourenwagensport, als ich im Dacia Logan Cup an den Start gegangen bin. Alle Autos hatten damals einheitlich 90 PS. Die vergleichsweise geringe Leistung forderte einen sauberen Fahrstil, das war eine super Ausbildungsplattform für mich.


Wie ging es dann für dich weiter?

Nach zwei Jahren bin ich in die VLN, heute Nürburgring Langstrecken-Serie, gewechselt und mit verschiedenen Rennfahrzeugen angetreten – unter anderem auch mit dem Porsche 911 GT3 Cup. Neben dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring habe ich seit 2011 auch in Dubai Erfahrungen auf der Langstrecke gesammelt. 2016 sind wir für eine komplette Saison in die 24H Series eingestiegen und konnten direkt die Team- sowie die Fahrermeisterschaft in der Cup-Klasse gewinnen.


Ein Jahr später ging es für dich in den Carrera Cup. Wie kam es dazu?

Um ehrlich zu sein, ergab sich das ganz spontan. Das Team Speed Lover hat kurzfristig nach einem Piloten gesucht und ich wollte unbedingt im Carrera Cup fahren. Ohne eine einzige Testrunde bin ich dann nach Hockenheim gereist. Nach dem freien Training war ich ganz hinten, aber ich habe mich reingekämpft. Damals bin ich außerdem erstmals ohne ABS gefahren. Auf dem Lausitzring wurde ich Zwölfter und habe erstmals Punkte gesammelt.

Hauschild während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke
Hauschild auf dem Podium
Hauschild während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke
Hauschild und sein Fahrerteam vor seinem Porsche Rennfahrzeug

Diese Saison bist du für HRT Motorsport am Start – eine ganz besondere Konstellation.

Mein Vater hat unser Team damals gemeinsam mit Freunden für den Dacia Logan Cup gegründet. Seit der Zeit in der VLN ist es aber ein reines Familienunternehmen. Mein allererstes Rennen auf der Nürburgring Nordschleife bin ich damals gemeinsam mit meinem Vater gefahren. Vor einigen Jahren ist er in die Rolle des Teamchefs gewechselt. Unser Ziel war es immer, aus HRT Motorsport ein professionelles Rennteam zu entwickeln.


Wie fühlt es sich an, im Team unter der Leitung des eigenen Vaters zu fahren?

Wir haben ein super Verhältnis! Ich habe meinem Vater unglaublich viel zu verdanken. Ohne ihn würde ich dieses Jahr nicht im Porsche Carrera Cup Deutschland an den Start gehen. Er hat mich immer motiviert und an mich geglaubt, auch in schlechten Phasen.


Du bist schon viele verschiedene Rennfahrzeuge gefahren. Was macht den Porsche 911 GT3 Cup so speziell?

Die Fahreigenschaft mit dem Heckmotor ist schon besonders. Ein Cup-Auto hat trotz des auffälligen Heckflügels nicht sonderlich viel Aerodynamik, man hat fast nur mechanischen Grip. Als Fahrer musst du das Auto also sehr gut verstehen, um einen optimalen Fahrstil zu finden und technisch sauber fahren zu können. Das ist eine echte Herausforderung, aber genau darin liegt auch der Reiz.



Zwei Porsche Rennfahrzeuge während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke
Hauschild während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke
Mehrere Porsche Rennfahrzeuge während eines Carrera Cup Rennens auf der Strecke
Hauschild im Cockpit seines Porsche Rennwagens
Teilen