8/11/2021

Kyle Wilson-Clarke und ein „Renntaxi“ für London.

Es sind schon einige Tage vergangen seit dem E-Prix in London, aber ich denke noch gern an die beiden Rennen zurück. Für mich persönlich waren es ja quasi Heimrennen – ich meine: Ich bin mit dem Taxi zur Strecke gefahren und traf dort das Team. Das war eine außergewöhnliche Anreise für mich! Aber natürlich auch ein tolles Erlebnis.
Die Bedingungen vor Ort waren speziell: Regen hat eine Rolle gespielt, das Layout der Strecke und natürlich, dass wir sowohl überdacht als auch im Freien gefahren sind. Beim Streckenlayout gab es nicht viele Punkte, an denen man gut überholen konnte. Daher wussten wir, dass die Qualifyings der Schlüssel für gute Ergebnisse sein werden. Zwar haben wir es nicht in die Super Pole geschafft, konnten dennoch an beiden Tagen Punkte einfahren. Und das war wichtig. Denn jeder Punkt ist auch für uns als Team und die Weltmeisterschaft wertvoll. Am Ende war es gut für uns alle, dass wir erneut positive Ergebnisse mitnehmen konnten: Wir lagen erneut nur wenige Sekunden hinter der Spitze – das gibt Selbstvertrauen. Besonders, da sowohl unsere Performance als auch die Geschwindigkeit da waren. Und das bei diesem Streckenverlauf! Es war super eng – ich bin von deutlich mehr Zwischenfällen und Gelb-Phasen ausgegangen. Aber wir konnten uns gut aus Unfällen raushalten und beide Fahrzeuge in den Top 10 ins Ziel bringen. Das gibt uns zusätzliche Energie für Berlin.

LDN -> BLN.

Nun liegt Berlin unmittelbar vor uns. Bis dahin werden wir noch die London-Rennen analysieren und schauen, was gut lief und wo wir noch etwas verbessern können. Wir nutzen die Tage und werden nochmals im Simulator arbeiten und uns um die finalen Vorbereitungen für Berlin kümmern. Es geht nie ohne Vorbereitung. Und in der Formel E ist diese essenziell. Wir müssen für alle möglichen Situationen bereit sein, damit wir optimal reagieren können. Im Rennen haben wir keine Zeit, lange zu überlegen. Wir müssen unser Playbook bereit haben, Entscheidungen treffen und dann direkt weitermachen. So ist das in der Formel E.

 

Wir haben viel Potenzial – und ich hoffe, wir schließen diese Saison mit einem positiven Erlebnis ab. Denn das haben wir uns verdient. Jetzt freue ich mich erst mal auf Berlin. Ebenso wie auf den Urlaub am Strand danach – wenn alles klappt. Dann schalte ich einige Tage ab. Mit dem Meer vor Augen und dem Sand unter den Füßen …

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