8/4/2021

Der Champions Talk mit Joshua Rogers – zweifacher #PESC Gewinner. #NeverNotRacing

Sein Name dürfte wohl jedem in der Simracing-Welt, aber vor allem im Dunstkreis des Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing ein Begriff sein. Natürlich ist von niemand geringerem als Joshua Rogers die Rede. Der junge Australier gewann nicht nur die erste Saison im PESC 2019, nein – er war auch Teil des triumphalen Porsche Esports Teams, das letztes Jahr die virtuellen 24h von Le Mans gewann. Doch seine Erfolgsserie scheint nicht abreißen zu wollen: In der PESC 2021 Saison gelang ihm wieder der Sprung auf Platz 1. Rein mathematisch konnte er sich bereits im vorletzten Rennen als Champion sehen. Doch es wäre nicht im Stil eines Champions gewesen, wenn Joshua Rogers sich nicht auch in der 10. Runde der PESC Saison den Sieg im Hauptrennen geholt hätte. Aber wie tickt die Person hinter dem Lenkrad? Wir haben uns mit Joshua zusammengesetzt, damit ihr ihn besser kennenlernen könnt.

Hey Joshua! Wie hört sich das für dich an: zweifacher Porsche TAG Heuer Esports Supercup Champion?

Ganz ehrlich: Es ist immer noch etwas surreal. Diese Saison war definitiv eine, an die ich mich immer erinnern werde. Vor allem, wenn man sieht, wie wir nach der vergangenen Saison zurückgekommen sind.

 

In den letzten Wochen haben wir auch sehr interessante Gespräche mit deinen Teamkameraden geführt. Ihr habt die Saison mit einem 1-2-3-Gesamtergebnis gewonnen. Lag das einfach an eurer puren Dominanz oder war das ein Resultat eurer gesamten Vorbereitung?

Ich denke, dass das sicherlich zu 100% auf unsere harte Arbeit zurückzuführen ist. Als Team teilen wir dieselben Ziele – und das spornt jeden Einzelnen an, sein absolutes Maximum zu geben. Und das wiederum beflügelt das gesamte Team. Unser Teamgeist und der Wille zeichnen uns und unsere Leistung auf der Rennstrecke wahrscheinlich am meisten aus.

 

Die Aufmerksamkeit für Simracing hat in den letzten Monaten bzw. im gesamten letzten Jahr stark zugenommen. Ausnahmefahrer wie du stehen nun deutlich mehr im Rampenlicht. Hat sich dein Leben dadurch irgendwie verändert?

Ehrlicherweise hat es sich nicht großartig geändert. Für mich stehen immer noch die gleichen Ziele im Fokus – im Leben wie auf der Rennstrecke. Natürlich bekommen wir nun an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Aufmerksamkeit, aber ich versuche das weitestgehend auszublenden und fokussiert zu bleiben.

 

Du lebst jetzt schon länger als ein Jahr in Deutschland. Wie gut sprichst du die Sprache inzwischen?

Meine Deutsch-Skills sind definitiv noch ausbaufähig (lacht). Ich nehme zurzeit Unterricht, also geht es langsam voran, aber ich bin noch weit von dem Niveau entfernt, auf dem ich gerne wäre. Aber ich schätze, das kommt mit der Zeit.

 

Konntest du denn neben deinen ganzen Verpflichtungen auf den virtuellen Rennstrecken deine neue Heimat ein wenig erkunden?

In letzter Zeit war es verständlicherweise sehr anstrengend und zeitintensiv. Aber ein bisschen bin ich doch rumgekommen. Interessanterweise habe ich mehr von den Nachbarländern gesehen als von Deutschland selbst. 

Als zweimaliger Weltmeister wirst du in der nächsten Saison der Fahrer sein, den alle schlagen wollen. Wie gehst du mit dieser Drucksituation um?

Wie ich damit umgehe, ist eigentlich ganz einfach: Ich versuche das, was war, auszublenden und mich auf die neue Saison zu konzentrieren. Jeder startet wieder bei null, deshalb sehe ich den Druck nicht so sehr bei mir. Für mich geht es darum, Rennen zu gewinnen, und nicht darum, derjenige zu sein, den man auf der Rennstrecke schlagen muss.

 

Haben sich dein Fahrstil und deine Strategie im Laufe der Saison verändert? Da du immer noch der schnellste Fahrer im Qualifying bist, wurdest du auf jeden Fall nicht langsamer.

Ja, mein Fahrstil hat sich sehr geändert. Nach der ersten Runde habe ich gemerkt, dass eine sehr aggressive Herangehensweise vor allem bei der umgekehrten Startaufstellung im Hauptrennen zu nichts führt. Es verursachte mehr Probleme – und die kann man sich wahrlich in einer so heiß umkämpften Rennserie nicht erlauben. Ich habe mich also darin geübt, Ruhe zu bewahren und auf meine Chancen zu warten. Schlussendlich geht es ja nicht in jedem Rennen um den Sieg, sondern um das große Ziel: die Meisterschaft. Und glücklicherweise hat sich das ausgezahlt. Also ja, ich habe meinen Fahrstil im Vergleich zur Saison 2020 stark verändert.

 

Wir haben den Post-it auf deinem Lenkrad gesehen: „Patience“ (Geduld). Was hat es damit auf sich? Und wer hat ihn dir dahin geklebt?

Das war tatsächlich ich selbst. Nach der ersten Runde habe ich es mir als Erinnerung auf mein Lenkrad geklebt, um mich immer daran zu erinnern, dass sich Geduld auszahlen wird. Diese Post-its gehen zurück auf meine Zeit im Kart-Sport in Australien. Damals haben wir Erinnerungen wie „Motor anstellen“ auf die Zettel geschrieben. Es war also gleichzeitig ein kleiner Throwback in meine Anfangszeit im Motorsport – aber eine sehr effektive Methode, denn jedes Mal, wenn ich ein Simrace starte, habe ich diesen Reminder vor Augen.

 

Wir sind sehr sicher, dass du dich in der Off-Season nicht langweilen wirst, bevor es mit dem PESC 2022 wieder losgeht. Was sind deine Erwartungen für die nächste Saison?

Oh ja, die Off-Season wird sehr spannend und herausfordernd. Aber auch im nächsten Jahr sind meine Erwartungen dieselben. Ich möchte Rennen gewinnen und meinen Titel verteidigen. Aber letztendlich werde ich einfach wie immer alles geben.

 

Vielen Dank, Joshua! Wir wünschen dir viel Erfolg. Bleib gesund und vor allem: Keep #NeverNotRacing.

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Im Gespräch: Emree. Sie ist Simracing-Content-Creator und Gewinnerin der #PESC All-Star Series.

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