7/21/2021

Olivier Champenois: immer ein offenes Ohr.

Gedanken an New York

Das Event in New York liegt nun einige Tage hinter uns und ich fühle mich schon wieder deutlich besser. Diesmal hat mich die Zeitumstellung und das Reisen etwas mehr angestrengt als sonst. Wir wissen alle, wie es ist: Mal strengt ein Event mehr an, mal weniger. Meine Tage in New York waren wie immer sehr voll. Auch wenn ich privat nicht viel von der Stadt mitbekommen habe, war es dennoch schön, dort zu sein. Immerhin habe ich auf dem Weg zur Strecke etwas von ihr zu sehen bekommen. Ich konnte feststellen, dass es zwar noch Einschränkungen aufgrund der Corona Pandemie gibt, insgesamt ist New York aber auf einem guten Weg.


Insgesamt ging es mir vor Ort besser als beim Rennen in Puebla, auch wenn ich weniger Schlaf abbekommen habe. Selbst mit der Hitze bin ich gut zurechtgekommen. Sie hat mir zwar zu schaffen gemacht, aber nicht so sehr, wie ich dachte. Schließlich waren es dauerhaft um die 30 Grad, zwischenzeitlich gab es eine kleine Abkühlung durch etwas Regen, aber das hielt nur kurz.

 

Für mich war es von Vorteil, dass ich die Strecke kannte, da ich sie mir bereits von 2 Jahren zur Vorbereitung angeschaut habe – und seitdem hat sie sich nicht groß verändert: Sie ist nach wie vor sehr speziell, mit einer besonderen Stimmung. Es ist außergewöhnlich, in einer Stadt wie New York Rennen zu fahren. Und definitiv anders als auf einer klassischen, festen Rennstrecke.



Hör genau hin, Sprache verbindet.

Während der gesamten Zeit habe ich gespürt, dass das Team eine gute Portion Selbstvertrauen hat. Wir haben uns gut gefühlt und strahlten das auch aus. Selbst in Momenten, in denen es nicht reibungslos lief.

Im ersten Rennen beispielsweise: Pascal machte nach einem starken Qualifying einen kleinen Fehler mit weitreichenden Konsequenzen. Beim Versuch den Attack Mode zu aktivieren, hat er den Bremspunkt verpasst, was zu einer Kollision führte. Wegen einer gebrochenen Radaufhängung musste er das Rennen beenden. Nach seinem Ausfall konnte ich mich voll auf André konzentrieren, denn sonst muss ich ja immer beide Fahrzeuge im Auge haben. Er war schnell unterwegs und wir mussten aufgrund der Hitze auf die Batterietemperatur achten. Das gelang uns gut.
Ich sah, dass Buemi direkt vor uns fuhr, und ich wusste, dass in ihrem Funk Französisch gesprochen wurde. Ich konnte also bestens verstehen, was sie besprechen und so habe ich etwas genauer hingehört. Dadurch konnte ich uns mit Insights aus dem konkurrierenden Fahrzeug versorgen.

 

An Tag 2 hatten wir beide Fahrzeuge dicht beieinander, was ein strategischer Vorteil sein kann. Gleichzeitig muss man darauf achten, dass man keinen Fehler macht und im schlimmsten Fall beide Fahrzeuge verliert. Aber am Ende haben wir ein gutes Ergebnis erzielt, denn beide Fahrzeuge kamen in die Top 10 und sammelten wichtige Punkte.





Am Ende habe ich den Eindruck, dass wir als Team über das gesamte Wochenende einen guten Job gemacht haben. Auch wenn wir ziemlich selbstkritisch sind: Jeder Einzelne von uns muss innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen. Insgesamt haben wir das ganz gut hinbekommen. Dennoch versucht man immer zu verstehen, was wir hätten besser machen können, um die Erkenntnisse für zukünftige Events zu nutzen. Aber im Allgemeinen bin ich mit den Ergebnissen des Wochenendes zufrieden. Darauf bauen wir auf. Denn: London steht vor der Türe, die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange.

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