6/29/2021

Ten Voorde erneut unschlagbar.

Der Meister dominiert weiter nach Belieben: Larry ten Voorde lässt der Konkurrenz in Spielberg keine Chance und radiert einen weißen Fleck auf seiner Siegerlandkarte aus. Ist der Niederländer überhaupt noch zu stoppen?

Dieses Jahr will er seinen Gegnern scheinbar gar nichts mehr übrig lassen: #25 Larry ten Voorde (NLD/Team GP Elite), amtierender Meister des Porsche Mobil 1 Supercup, zelebrierte nach seinem Auftaktsieg in Monaco auch in Spielberg ein Wochenende am Rande der Perfektion. Von der Pole Position stürmte er beim #Alpenglühen zum Rennsieg in der Steiermark. Und das, obwohl der Red Bull Ring für den 24-Jährigen bisher nicht gerade eine Glücksstrecke war. Doch wer braucht schon Glück, wenn er über derartiges Talent verfügt, so abgezockt ist und darüber hinaus auch noch ein Team wie GP Elite hinter sich weiß?

P1 – unglaublich. Hätte nicht besser laufen können. Danke an das Team!

#25 Larry ten Voorde(NED/Team GP Elite)
Ten Voorde fuhr wie schon in Monaco einen sauberen Start-Ziel-Sieg ein. Seine Top-Form zeigte sich schon im Qualifying. Schon nach fünf Minuten markierte er in der 30-minütigen Session die erste aussagekräftige Zeit in 1:31.368 Minuten. Doch es gab einen Herausforderer: Porsche Junior #2 Ayhancan Güven (TUR/BWT Lechner Racing) konnte Ten Voorde noch die erste Bestzeit des Wochenendes im 45-minütigen Freien Training abspenstig machen, wenn auch nur um elf Tausendstelsekunden.

Halbe Miete im Qualifying, die andere Hälfte beim Start.

Und Güven schickte sich an, im Qualifying der große Herausforderer zu bleiben. In 1:31.316 Minuten fuhr er zuerst noch schneller als der Niederländer. Lange freuen konnte sich der junge Türke darüber jedoch nicht, weil auch Rookie #19 Dorian Boccolacci (FRA/Martinet by Alméras) genau damit weitermachte, wo er in Monaco aufgehört hatte: Mit hervorragenden Leistungen und einer neuen Bestzeit von 1:30.971 Minuten.

 

Ten Voorde nahm das alles sportlich. Nach einer kurzen Unterbrechung zur Hälfte des Qualifyings – #18 Michael Crees (GBR/Parker Revs Motorsport) hatte sich im Kiesbett eingegraben – stellte der Meister die Hackordnung auf dem zweiten Reifensatz klar: 1:30.894 Minuten reichten für die Pole Position. Güven versuchte im letzten Anlauf noch einmal alles, um an sein Ergebnis im Porsche Carrera Cup Deutschland anzuknüpfen, doch er verfehlte seine zweite Pole auf dem Red Bull Ring in Folge um 0,074 Sekunden.

Die Strecke hat sich gegenüber Freitag ziemlich verändert, wahrscheinlich durch den Reifenabrieb der Formel 1. Dadurch war die Balance meines Autos nicht mehr optimal.

#2 Ayhancan Güven(TUR/BWT Lechner Racing)
Die wechselnden Streckenbedingungen bei den Sessions am Freitag und Samstag waren für alle Fahrer eine zusätzliche Herausforderung. Beim Freien Training gab es eine Unterbrechung mit der roten Flagge – Race Director Peter Roberts hatte den Fahrern aufgrund der zahlreichen Missachtungen der Track Limits eine Denkpause verordnet. Die Wiederaufnahme der Session fiel mit dem Beginn eines Sommergewitters zusammen, das die Strecke komplett unter Wasser setzte und jeglichen bis dahin gelegten Gummiabrieb der Michelin-Reifen wieder davonschwemmte. Für sieben Minuten wurde noch einmal auf Grün geschaltet, doch es glich danach eher einem Schwimm- als Renntraining.

Dreikampf um Platz zwei macht es Ten Voorde leicht.

Die Story an der Spitze des Rennens ist schnell erzählt: Larry ten Voorde wandelte die mit erneuerbaren Biokraftstoffen befeuerten 510 PS aus dem 4,0-Liter-Sechszylinderboxer in perfekten Vortrieb um und kam mit einer Sekunde Vorsprung aus der ersten Runde.  Letztlich sicherte er sich den Sieg mit 1,736 Sekunden Vorsprung, ohne intensiv in den Spiegel schauen zu müssen. Eine perfekte Revanche für seine zwei weniger optimalen Rennen im Porsche Carrera Cup Deutschland zwei Wochen zuvor, die er hier in Spielberg auf den Plätzen zwei und sechs beendet hatte.

Ich bin beim Start perfekt weggekommen und hatte auf dem ersten Kilometer zusätzlich das Glück, dass sich meine Verfolger gegenseitig behindert haben.

#25 Larry ten Voorde(NED/Team GP Elite)

Köhler mit NASCAR-Taktik aufs Podium.

Entlastung für Ten Voorde brachte ein packender Dreikampf, den sich Güven, Boccolacci und #28 Leon Köhler (DEU/Nebulus Racing by Huber) in der Startphase lieferten. Boccolacci hatte den besseren Start als Güven, aber nicht die richtige Linie. Güven war auf der Innenbahn festgenagelt, während an der Spitze Ten Voorde sauber durch die Niki-Lauda-Kurve wegzog. Beide Verfolger konnten nicht ausreichend Schwung mit auf die lange Bergaufgerade nehmen: Güven musste in einem suboptimalen Winkel um die Kurve und Boccolacci weit in die Auslaufzone. Profiteur war Köhler auf der vierten Position, der sich auf der Geraden direkt hinter Güven setzte und so bei der nächsten Kurve neben Boccolacci auf die Innenbahn kam.

Dorian hat eine Lücke gelassen. So konnte ich mich hinter Ayhancan klemmen und in seinem Windschatten Dorian überholen.

#28 Leon Köhler(DEU/Nebulus Racing by Huber)

Boccolacci hielt zwar noch dagegen, aber in Kurve drei war Köhler endgültig vorn. Seinen tollen Start bekam der junge Franzose so mit einem Platzverlust statt -gewinn quittiert. Die ersten drei Positionen waren bezogen. "Ich hatte keine Chance, Larry in der Anfangsphase anzugreifen. Danach war er zu überlegen", sagt Güven nach Platz zwei, mit dem er sich dennoch zufrieden zeigt. Köhler hielt eine ähnliche Distanz zu Güven wie dieser zu Ten Voorde, einen Angriff konnte aber niemand reiten.

 

Boccolacci musste schnell einsehen, dass mehr als Platz vier nicht drin war. Es wurde ein einsames Rennen, das sich aber dennoch lohnte: Der junge Franzose fuhr den zweiten Sieg in Folge in der Rookie-Wertung ein.

Mein Ziel war das Podium – und das wird es auch am nächsten Wochenende wieder sein.

#19 Dorian Boccolacci(FRA/Martinet by Alméras)

Van Splunteren erneut Meister der Defensive.

Hinter P4 entbrannten schon in Runde 1 zahlreiche Positionskämpfe. Auch hier zeigte sich, wie wichtig der Start in der dünnen Luft an der Spitze des Porsche Mobil 1 Supercup ist. #24 Max van Splunteren (NLD/Team GP Elite) überrumpelte #20 Jaxon Evans (NZL/Martinet by Alméras) auf dem Weg in die erste Kurve. Der ehemalige Porsche Junior versuchte anschließend das ganze Rennen über, den amtierenden Rookie-Champion zu überholen. Doch dieser zeigte wieder einmal seine unglaublichen Stärken in der Defensive und ließ dem Neuseeländer keine Chance. Seine Taktik ist simpel, die Ausführung trotzdem beeindruckend.

Jaxon hat mich ein paar Mal beim Anbremsen leicht touchiert. Aber ich habe es immer geschafft, ihn auf der nächsten Geraden hinter mir zu halten.

#24 Max van Splunteren(NLD/Team GP Elite)
Nur einmal zeigte sich Evans über die Außenbahn, um am Kurvenausgang innen reinzustechen. Doch van Splunteren hatte den Braten gerochen und deckte alle Linien ab. Evans seinerseits konnte keine Attacke fahren, denn das ganze Rennen über verfolgte ihn #6 Christopher Zöchling (DEU/FACH AUTO TECH) wie ein Schatten. Der Österreicher mit deutscher Lizenz komplettierte das Dreierpaket von den Plätzen fünf bis sieben. Allerdings kam auch er nie in eine gute Angriffsposition gegen Evans.

Packende Action im Mittelfeld.

Ab Position acht wurde das Rennen noch munterer. Diese hatte nach dem Start #26 Jesse van Kuijk (NLD/Team GP Elite) inne, doch der Niederländer sah sich sofort Angriffen durch #1 Jean-Baptiste Simmenauer (FRA/BWT Lechner Racing) ausgesetzt. Offenbar hatte er sich Defensivstrategien bei seinem Teamkollegen van Splunteren abgeschaut, denn er konnte seinen Platz bis zur zehnten Runde verteidigen.

 

Dann wurde es richtig interessant. Zunächst versuchte Simmenauer einen Angriff via Spätbremsen in die T3 AMS AG Kurve, vielen wahrscheinlich noch unter ihrem alten Namen "Remus-Kehre" bekannt. Dabei geriet er aber zu weit nach außen. Van Kuijk kreuzte die Linie und holte sich den Platz zurück. Simmenauer geriet dadurch sofort unter Druck von #4 Tio Ellinas (CYP/Lechner Racing Middle East), dem er nicht standhielt: Ein Fahrfehler in der Niki-Lauda-Kurve kostete ihn nicht nur den neunten Platz an den Zyprioten, sondern auch noch Platz zehn an #29 Laurin Heinrich (DEU/Nebulus Racing by Huber).

Und täglich grüßen die Track Limits.

Heinrich, Sieger des zweiten Spielberg-Rennens des Porsche Carrera Cup Deutschland zwei Wochen zuvor, hatte einen harzigen Rennbeginn. In der Startrunde geriet er mehrfach mit #11 Florian Latorre (FRA/CLRT) aneinander. Latorre zog selbst den Kürzeren und musste einen drei Runden langen Reparaturstopp einlegen. Heinrich fiel durch die Zweikämpfe mit Latorre ebenfalls bis auf Position zwölf zurück. Gestartet war er von Platz neun, nachdem ihm seine schnellste Runde im Qualifying wegen Überschreiten der Track Limits aberkannt worden war. Im Laufe des Rennens kämpfte er sich langsam nach vorn und war durch Simmenauers Missgeschick wieder in den Top 10 abgekommen.

 

Noch immer führte Jesse van Kuijk das Paket an, das sich zwischenzeitlich bis Platz 14 zog. Vier Runden vor Schluss geriet er jedoch in der Jochen-Rindt-Kurve vor Start/Ziel zu weit nach außen, Ellinas und Heinrich zogen vorbei. Nun waren die Schleusen geöffnet und auch Simmenauer brachte endlich sein Überholmanöver gegen den Niederländer zustande – jetzt aber nur noch für Platz zehn. Doch auch um Rang acht war das Rennen noch nicht entschieden. Heinrich legte sich jetzt Ellinas zurecht und presste sich in der Lauda-Kurve vorbei. Dabei segelte er allerdings geradeaus. Als er den Weg aus der Auslaufzone wieder herausgefunden hatte, war Ellinas enteilt, wurde aber aufgrund einer Zeitstrafe wegen Überschreitung der Track Limits rückwirkend auf Platz 12 gewertet. Heinrich konnte sich über den achten Platz nebst Rang zwei in der Rookie-Wertung freuen. Simmenauer auf P9 und Jesse van Kuijk auf P10 komplettierten die Top-Ten.

Erneutes Desaster für Pereira.

Das Monaco-Rennen wies eine weitere Parallele zur Dominanz von Larry ten Voorde an der Spitze auf, nämlich die große Frage: Was macht eigentlich #3 Dylan Pereira (LUX/BWT Lechner Racing)? Der amtierende Vizemeister des Porsche Mobil 1 Supercup erlebte erneut ein Rennen zum Vergessen. Schon Platz acht im Qualifying war zu wenig für seine eigenen Ansprüche, doch es kam noch schlimmer: Kurz nach dem Start machte er gemeinsam mit #10 Daan van Kuijk (NLD/GP Elite) in der Gösser-Kurve erst einen Ausflug ins Kiesbett. Danach musste er, aufgehalten durch den im Heinrich-In-Fight beschädigten Florian Latorre, auch noch #27 Roar Lindland (NOR/Nebulus Racing by Huber) passieren lassen und fand sich zeitweise auf Platz 15 wieder.

 

Von dort fuhr er zwar wieder nach vorn, tat sich aber schwer. Erst in der vorletzten Runde gelang ihm ein sehenswertes Überholmanöver gegen #16 Simone Iaquinta (ITA/Dinamic Motorsport) für Platz zwölf. Doch den durfte er nicht behalten. Eine 10-Sekunden-Zeitstrafe wegen Missachtung der Track Limits warf ihn zurück auf Platz 25. Ein desaströses Wochenende für Pereira, und das nun bereits zum zweiten Mal in Folge. #7 Marius Nakken (NOR/FACH AUTO TECH), der den zehnten Rang nach einem hervorragenden Start nicht halten konnte, wurde aufgrund von Track Limits 5 Sekunden abgezogen. Er beendete das Rennen auf dem 13. Rang.

Der Red Bull Ring hatte es mal wieder in sich. Das Rennen war bis zur letzten Minute eng – vor allem im hinteren Feld. Ich bin gespannt auf das kommende Rennwochenende hier. Mal sehen, welcher Fahrer sich dann durchsetzt und ob es für Ten Voorde wieder so leicht wird wie heute.

Oliver SchwabProjektleiter Porsche Mobil 1 Supercup

Lindland schlägt in der ProAm zurück.

Auf dem 14. Platz vor Rookie #14 Lodovico (ITA/Dinamic Motorsport) kam ProAm Roar Lindland ins Ziel. Er sicherte sich damit den Sieg in der ProAm-Wertung und zwei Meisterschaftspunkte. Nach seinem unverschuldeten Ausscheiden bei der Startkollision in Monaco war das genau die richtige Art und Weise, sich zurückzumelden. Sein Leidensgenosse #5 Nicolas Misslin (MCO/Lechner Racing Middle East), der bei seinem Heimrennen in derselben Situation ebenfalls ausgeschieden war, fuhr als 17. auf den zweiten Platz in der ProAm. Rang drei ging eigentlich an #21 Clément Mateu (FRA/Pierre Martinet by Alméras). Dieser wurde allerdings für einen Frühstart mit einer 5-Sekunden-Strafe belegt. So verlor er den dritten Platz in der ProAm-Wertung an #15 Philipp Sager (AUT/Dinamic Motorsport), dessen Sohn Moritz als Gaststarter Sechzehnter wurde.

 

Damit ist der zweite Akt im Porsche Mobil 1 Supercup in trockenen Tüchern. Ein Larry ten Voorde im siebten Himmel, ein auf Revanche brennender Dylan Pereira und ein nach wie vor auf den ersten Sieg pochender Dorian Boccolacci – perfekte Zutaten für einen gelungenen #Gipfelsturm am kommenden Wochenende an gleicher Stelle.

Gesamtplatzierung 2. Runde Porsche Mobil 1 Supercup, Spielberg

Pos
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
Entry No
25
19
20
28
6
2
16
24
11
4
29
1
17
7
26
12
3
14
27
9
5
15
21
22
23
18
10
Driver
Larry ten Voorde
Dorian Boccolacci
Jaxon Evans
Leon Köhler
Christopher Zöchling
Ayhancan Güven
Simone Iaquinta
Max van Splunteren
Florian Latorre
Tio Ellinas
Laurin Heinrich
Jean-Baptiste Simmenauer
Harry King
Marius Nakken
Jesse van Kuijk
Steven Palette
Dylan Pereira
Lodovico Laurini
Roar Lindland
Lucas Groeneveld
Nicolas Misslin
Philipp Sager
Clément Mateu
Stéphane Denoual
Aaron Mason
Michael Crees
Daan van Kuijk
Nation
NLD
FRA
NZL
DEU
DEU
TUR
ITA
NLD
FRA
CYP
DEU
FRA
GBR
NOR
NLD
FRA
LUX
ITA
NLD
NLD
MCO
AUT
FRA
FRA
GBR
GBR
NLD
Total points
50
31
30
27
23
20
14
12
12
12
10
7
7
7
6
6
5
4
2
1
0
0
0
0
0
0
0
Grand Prix de Monaco Round 1
25
17
20
10
14
0 (DNF)
9
0
12
8
2
0 (DNC)
7
4
0
6
5
3
0 (DNC)
1
0 (DNC)
0
0
0 (DNC)
0 (DNC)
0 (DNC)
0 (DNC)
Großer Preis der Steiermark Round 2
25
14
10
17
9
20
5
12
0
4
8
7
-
3
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0
0
1
2
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