6/16/2021

Eine Berg- und-Talfahrt der Gefühle für das Porsche Team. WEC 8h Portimão.

Zum ersten Mal gastierte die World Endurance Championship an der portugiesischen Algarve. Die relativ kurze Strecke bietet den Teams eine besondere Herausforderung: Viele Kurven liegen auf der 4,684 Kilometer langen Strecke, die nicht einsehbar hinter einer Bergkuppe liegt. Gleichzeitig ähnelt der Streckenverlauf einer wahren Achterbahn. Kein Wunder also, dass sich der Rekord-Pole-Setter aus Spa-Francorchamps in der portugiesischen Achterbahn ebenfalls pudelwohl fühlte. Kévin Estre katapultierte den 515 PS starken 911 RSR #92 erneut auf den ersten Startplatz. Doch steigende Asphalttemperaturen machten der ausgewählten Reifenstrategie den Garaus. Die beiden Werkselfer landeten nach 8 Stunden auf den Rängen 3 und 4.

Starke Performance im Qualifying.

Doch fangen wir mit dem Hochgefühl von Samstagabend an: Das Team mit der Startnummer #92 landete mit einer starken Qualifikationsrunde von gerade einmal 1:37,986 Minuten auf der Pole-Position. Wie beim Saisonhöhepunkt in Le Mans komplettierte ein dritter Fahrer das Team der beiden Werksrennwagen. Neben Pole-Setter Kévin Estre und Neel Jani war Michael Christensen an Bord der #92. Im Schwesterauto #91 landeten die Fahrer Gianmaria Bruni, Richard Lietz und Frédéric Makowiecki auf Startplatz 3. In der GTE-Am-Klasse verblieb die erste Startreihe fest in Porsche Hand. Egidio Perfetti fuhr mit seinem 911 RSR #56 von Project 1 nur knappe 0,045 Sekunden schneller als Christian Ried im Dempsey-Proton #77.

Starker Rennstart. Schwache Reifen.

Als am Sonntag der Startschuss des 8-Stunden-Rennens fiel, preschte Kévin Estre im Porsche 911 RSR #92 los. Ein perfekter Rennstart, den der Franzose nach der ersten Rennstunde in eine 8-Sekunden-F��hrung ausbauen konnte. Das Schwesterauto lieferte eine perfekte Abwehrstrategie ab und fuhr souverän auf Platz 3. Doch nach knapp 2 Stunden musste die #91 mit einem Reifendefekt in die Box. Danach verließen beide 911 RSR bei steigenden Luft- und Asphalttemperaturen das optimale Performance-Fenster. Die gewählte Reifenstrategie erlaubte es den Fahrern nicht mehr, am Limit mitzugehen, sodass sie abreißen lassen mussten. Doch das von Manthey betreute Werksteam sattelte um und nahm die Verfolgungsjagd in Angriff. Zum Beginn der letzten Rennstunde lagen alle 4 Kontrahenten in der GTE-Pro innerhalb einer Runde. Kévin Estre hatte die #92 von seinem Teamkollegen Michael Christensen übernommen und war bis auf Platz 2 vorgefahren. Doch eine Full-Course-Yellow eine halbe Stunde vor Rennende verhinderte den zweiten Platz, denn die Ferrari-Fahrzeuge konnten unter FCY ihren letzten Boxenstopp absolvieren, wohingegen die beiden Porsche Rennfahrzeuge unter normalen Rennbedingungen kurz zuvor in der Box waren.

Aufholjagd mit Platz 2 belohnt.

Zu Anfang des Rennens gelang es dem Pole-Setter von Project 1 nicht, die Führung zu behaupten. Nach der ersten Rennstunde lag das Fahrzeug auf Position 4. Als Matteo Cairoli das Steuer übernahm, begann jedoch eine sehenswerte Aufholjagd, die ihn zwischenzeitlich sogar auf Position 1 brachte. Doch eine 10-Sekunden-Standstrafe vereitelte den Klassensieg. Am Ende bejubelte das Team Platz 2 in der GTE-Am-Klasse. Der von Porsche Werksfahrer Matt Campbell, Teambesitzer Christian Ried und Jaxon Evans pilotierte 911 RSR #77 musste seine Siegesträume leider vorzeitig abschreiben. Das Fahrzeug musste nach einer unverschuldeten Kollision mit einem Prototypenfahrzeug irreparabel in die Box gerollt werden. Das Schwesterauto #88 mit Dominique Bastien, Marco Seefried und Porsche Young Professional Julien Andlauer hatte zu Rennbeginn mit schwacher Batteriespannung zu kämpfen und kam am Ende nicht über einen 10. Platz hinaus. Einen Platz davor beendete GR Racing das portugiesische 8-Stunden-Rennen mit dem britischen Fahrertrio Michael Wainwright, Benjamin Barker und Tom Gamble.

Ergebnisse GTE-Pro-Klasse im Überblick:

3. Estre/Jani/Christensen (FR/CH/DK), Porsche 911 RSR #92, 279 Runden
4. Bruni/Lietz/Makowiecki (IT/AT/FR), Porsche 911 RSR #91, 278 Runden

Ergebnisse GTE-Am-Klasse im Überblick:

2. Perfetti/Cairoli/Pera (NO/IT/IT), Porsche 911 RSR #56, 274 Runden
9. Wainwright/Barker/Gamble (GB/GB/GB), Porsche 911 RSR #86, 271 Runden
10. Bastien/Seefried/Andlauer (USA/DE/FR), Porsche 911 RSR #88, 269 Runden

Im „Temple of Speed“ geht es in Runde 3.

In etwas mehr als einem Monat, genauer gesagt am 18. Juli, trifft sich die Elite der World Endurance Championship im „Temple of Speed“. Beim dritten Saisonlauf treten die Teams über eine Renndauer von 6 Stunden im Autodromo Nazionale di Monza gegeneinander an.
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