5/18/2021

Vincenzo Scali: Zeit als wahrer Luxus.

Gedanken an Monaco

Ich blicke mit gemischten Gefühlen zurück nach Monaco. Auf der einen Seite spiegeln das Rennen und das Ergebnis nicht das wider, was wir als Team hätten erreichen können – auch, wenn manches nicht in unserer Hand lag. Auf der anderen Seite denke ich an Monaco selbst: Eine beeindruckende Stadt mit einem legendären Kurs. Das war sehr besonders.

Als ich nach Hause kam, hatte ich trotz des Ergebnisses das Gefühl, dass wir einen guten Job gemacht haben. Ich denke, wir haben uns im Vergleich zu den Rennen davor in vielen Punkten weiterentwickelt. Und wir wachsen als Team sehr stark zusammen. Jedes Event ist wie ein eigenes Buch. Eine Geschichte für sich. Eine, die mit den Vorbereitungen schon lange vor dem eigentlichen Event beginnt.

 

Es hat mich sehr gefreut, dass endlich wieder einige Fans an der Strecke sein konnten. Ich habe sie vor dem Rennen gesehen, als sie durch die Boxengasse gingen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wie sie mich anschauen: Als wäre ich ein Superheld! Sie blicken rüber und sagen: „Schau, das ist das TAG Heuer Porsche Formula E Team“. Das macht mich unglaublich stolz. Stolz, ein Teil dieses Teams zu sein.

Das tat sehr gut. Besonders, da die Zeit vor dem Rennen nicht die Einfachste für mich war. Ich hatte mit Herausforderungen im Privatleben zu kämpfen, doch die Vorbereitungen für ein Rennen können nie warten. Es war eine sehr anstrengende Zeit für mich. Alles unter einen Hut zu bekommen, das hat mich sehr gefordert. Schließlich wollte ich trotz allem zu 100 % auf das Rennen vorbereitet sein. Am Ende haben sich alle Probleme und Herausforderungen wie von selbst gelöst. Das war wirklich eine große Erleichterung. Wir sind nicht nur Mitglieder eines Teams, wir sind an erster Stelle Menschen.
Nun haben wir etwas Zeit, die erste Hälfte der Saison Revue passieren zu lassen. Zu sehen, was wir gelernt haben und um in die Details einzutauchen: Ich werde in Ruhe die Daten auswerten, mit Pascal sprechen und mich mit meinen Kollegen austauschen.
Die letzten 5 Wochen war ich nahezu pausenlos unterwegs. Jetzt bin ich endlich zu Hause und merke, wie der Druck abfällt. Ich nehme mir Zeit für ein Frühstück und meine morgendliche Meditation. Diese 10 Minuten Zeit für mich sind wahrer Luxus.
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