4/13/2021

Unser Showmaster Matthew Trivett aka Sadokist.

Für viele Fans war es eine große Überraschung, als sie zu Beginn der Saison Matthew Trivetts Stimme in den Live-Übertragungen der PESC Rennen gehört haben. Sadokist, wie er in der Community auch genannt wird, ist schon seit vielen Jahren ein erfolgreicher Kommentator von Esports-Events. Daher freuen wir uns, dass er unser Showmaster am Hockenheimring ist. Um ihn vorab so richtig kennenzulernen, haben wir ihm in diesem Interview ein paar Fragen gestellt: über sich selbst, seine Rennkarriere und den Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing.

Das Interview mit Matthew Trivett.

Zeit, dich kennenzulernen. Fangen wir mit ein paar persönlichen Fragen an. Pizza Hawaii? Großartig oder No-Go?

Großartig! Ich persönlich bin eher so der BBQ-Chicken-Typ, aber ich denke, dass Ananas durchaus akzeptabel ist, und es bricht die Palette sehr schön auf. Ich mache mir mehr Sorgen um diejenigen, die Kiwi auf eine Pizza legen.

 

Die erste Sache am Morgen? Social-Media-Check oder gesundes Frühstück?

Nun, bevor ich eine Antwort gebe, muss ich etwas vorab klarstellen: 

Ich würde euch gerne sagen, dass ich der gesündeste Mensch bin, den ich kenne, und dass meine Ernährung perfekt ist. Aber das wäre eine Lüge. Meistens esse ich eine Zimtschnecke zum Frühstück, dazu einen schwarzen Kaffee aus einer ganz speziellen Tasse: Es ist ein Hund drauf, der meinem sehr ähnelt. Die einzigen Male, an denen ich gesund frühstücke, sind, wenn ich mich morgens direkt an einem Hotelbuffet bedienen kann.

Aber selbst wenn in dieser Frage nicht „gesundes Frühstück“ stehen würde, hätte ich keine Chance. So schlimm es auch sein mag, ich bin berühmt dafür, dass ich meinen Wecker ausschalte und sofort die Benachrichtigungen öffne, die ich über Nacht verpasst habe. Es ist wahrscheinlich eine Angewohnheit, auf die ich durchaus verzichten könnte, da man morgens sicherlich besser in den Tag starten kann.

 

Würdest du lieber auf Social Media verzichten oder eine Glatze bekommen? 

Ich bin nun 32 Jahre, und seit geraumer Zeit versuche ich, gegen den langsamen und subtilen Rückgang meines Haaransatzes anzukämpfen, der in meiner Familie üblich ist. Und gleichzeitig versuche ich natürlich auch, meinen Social-Media-Konsum einzuschränken. Daher sehe ich Argumente für beide Seiten. Ich denke, dass Social Media ein sehr ernstes Problem geworden ist – jeder, der The Social Dilemma auf Netflix gesehen hat, wird verstehen, wovon ich spreche. Ich denke jedoch, dass Social Media immer noch das Potenzial hat, eine wirklich großartige Sache zu sein, und ich glaube, dass es auch viel Gutes in die Welt gebracht hat. Daher halte ich es für das Beste, wenn ich meine Eitelkeit beiseitelasse und hoffe, dass mein Kopf eine schöne runde Form hat – 
ohne irgendwelche Beulen, von denen ich nichts weiß. Zum Wohle aller anderen. (Lacht.)

 

Als neuer Kommentator des PESC: Wie hat dir deine erste Saison gefallen? 

Ich habe es sehr genossen, in dieser Saison ein Teil des Porsche TAG Heuer Esports Supercup by iRacing zu sein. Ich war nicht nur schon immer ein Fan von Porsche und Porsche Motorsport, sondern habe natürlich auch einen großen Platz in meinem Herzen für Esports als Ganzes. Es war einfach eine natürliche Fügung, und ich bin sehr stolz, ein Teil davon zu sein. Ich habe seit der Gründung der Serie gesagt, dass sie die Spitze des virtuellen Rennsports ist – das fahrerische Talent, die Tatsache, dass es ein Markenpokal ist, und dass sie auf einer so großen und populären Plattform wie iRacing stattfindet, zeigt, dass es das stärkste Feld an Talenten auf dem Planeten ist. Außerdem war ich schon immer der Meinung, dass die Porsche Markenpokale im realen Leben international zu den besten Rennserien gehören, in der sich die Fahrer beweisen können. Die Autos sind leistungsstark, schnell und bieten unglaublichen Rennsport. Ich träume immer noch davon, irgendwann einmal in einem Porsche Markenpokal zu fahren, und sei es auch nur für eine einziges Rennen.

Vom Standpunkt eines Kommentators aus war es auch sehr interessant. Normalerweise bin ich in der Rolle des Play-by-Play-/Leitkommentators, also war die Rolle des Analysten für diese Serie eine lustige und neue Herausforderung, der ich mich mit Freuden angenommen habe. Paul, Wil und Connery waren sehr geduldig mit mir, und es war toll, mit ihnen zu arbeiten.

 

Was hältst du vom diesjährigen Novum im PESC: dem All-Star-Rennen?

Ich war sehr beeindruckt von den All-Star-Rennen. Sie sind nicht nur eine großartige Möglichkeit, einige der charismatischsten und lustigsten Simracer und Porsche Werksfahrer einzubinden, sondern bieten auch Fans die Chance, mit ihren Lieblingspersönlichkeiten zu interagieren. Ich war auch sehr von der Qualität der Fahrer beeindruckt. Manchmal, wenn man Influencer einlädt, die es gewohnt sind, eine Million verschiedener Autos und Strecken auf verschiedenen Plattformen zu fahren, ist man sich nicht sicher, wie vertraut oder vorbereitet sie in einer bestimmten Woche sein werden. Aber das scheint beim All-Star-Rennen überhaupt nicht der Fall zu sein. Sie haben alle große Klasse und Geschicklichkeit bewiesen und bieten gleichzeitig hervorragende Unterhaltung!

 

Bevorzugst du reales oder virtuelles Rennen?

Ich stehe voll auf Simracing, ohne Zweifel. Ich denke, es hat eine enorme Bedeutung für das Leistungsniveau und deshalb einen Platz in der Welt des Motorsports verdient. Gleichzeitig spielt es bereits eine immense Rolle bei der Entwicklung von Autos und Fahrern. Es war einer der Gründe, warum ich in der Lage war, als besserer Fahrer in den Rennsport zurückzukehren als bei meinem ersten Versuch. Und das nach 10 Jahren Pause von diesem Sport! Kosten, Zugänglichkeit, Erfahrung: Über dieses Thema könnte ich stundenlang weiterreden und das würde ich auch gerne irgendwann tun. Aber ich werde mir die Spannung zu diesem Thema für später aufheben, da ich die Wortanzahl auf der Porsche Website nicht überschreiten möchte. (Lacht.)

Nichts übertrifft jedoch den Nervenkitzel eines echten Rennens, auch wenn es für viele einfach nicht möglich ist. Die g-Kräfte, das Adrenalin, das Element der Angst und der Konsequenz, das ein höheres Risiko-Belohnungs-Verhältnis schafft, sind alles Dinge, die eine Simulation nicht replizieren kann. 

Wenn ihr einen Rennwagen und ein Sim-Rig vor mich stellt und mich fragt, was ich wählen würde, ich entscheide mich jedes Mal für das Rennauto. Aber: Wenn ihr mir sagt, dass ich das eine für den Rest meines Lebens haben kann, das andere aber nicht: Ich könnte mich sehr wohl für das Sim-Rig entscheiden.

 

Deine Lieblingsrennstrecke? Und warum? 

Auf der ich gefahren bin? Nordschleife, ohne jeden Zweifel. Was für ein unglaublicher Ort!

 

Deine erste Racing-Erinnerung? Und was war das erste Rennspiel, das du je gespielt hast? 

Meine ersten Erinnerungen an den Rennsport sind, dass ich im Alter von 2 oder 3 Jahren immer mit meinem Vater an die Rennstrecken fuhr und in der Boxengasse rumhing. Normalerweise spielte ich in der Technikwerkstatt Ballhockey, während Dad auf der Strecke war oder damit beschäftigt war, eines der vielen Dinge zu reparieren, die er kaputtgemacht hatte – sorry, Dad.
Das erste Rennspiel, das ich je gespielt habe, war ein Formel-1-Spiel auf Super Nintendo, an dessen Namen ich mich nicht erinnern kann. Das erste Spiel, das ich mit einem Lenkrad gespielt habe, war allerdings CART: Precision Racing, das 1997 herauskam. Ich erinnere mich, dass mein Vater endlos versuchte, die KI zu schlagen, und frustriert war, dass er es nicht konnte. Eines Tages, als er gerade den Rasen mähte, kam mein damals 11-jähriger Bruder nach draußen und verkündete aufgeregt, dass er die KI besiegt habe und somit der Erste von uns sei, der ein Rennen gewonnen habe. Mein Vater fragte ungläubig, wie er das geschafft habe, worauf mein Bruder sehr schnell antwortete: „Ganz einfach! Man muss nur die Geschicklichkeit auf 60 % herunterschrauben.“

In diesem Moment lernten wir alle, dass der Verstand im Rennsport genauso wichtig ist wie das reine Können!

 

Deine Vorhersage für das große Finale in Monza? 

Es ist so schwer, in dieser Saison Vorhersagen zu treffen, wenn man bedenkt, wie wahnsinnig eng der Wettbewerb war. Ohne Zweifel werden wir einen unglaublichen Dreikampf sehen, aber ich würde sagen, dass wir jemanden auf einem Podestplatz haben werden, der die ganze Saison nicht unter den Top 3 war. Graham Carroll kommt mir in den Sinn, da er bisher nach 8 Runden keine Top-3-Platzierung hatte. Letztes Jahr hat er es geschafft, in Monza beide Rennen zu gewinnen.

 

Größte Überraschung in der diesjährigen PESC Saison? 

Ich nenne euch 3:

Charlie Collins: Er war als Rookie sehr schnell und hat einen großen Anteil daran, dass es Joshua Rogers so gut geht, da er ihn perfekt unterstützen konnte und dabei auch einige sehr beeindruckende Ergebnisse erzielt hat. 

Mitchell deJong: Er hat sich in der Serie stetig verbessert und war in dieser Saison von Anfang an ein Anwärter auf die Podiumsplätze. Er fährt auch unter der Coanda-Flagge in der NASCAR-Serie auf iRacing, was eine ganz neue Herausforderung für ihn ist, und er hat sich sehr gut geschlagen. Er hat seine Aufgaben die ganze Saison über sehr gut ausbalanciert. 

Die Tatsache, dass nur 4 Fahrer ein Rennen gewonnen haben, obwohl die Serie so eng und umkämpft war. Es gibt locker 10 weitere Fahrer, die in der Lage sind, zu gewinnen, aber einfach nicht in der Lage waren, es zusammenzubringen. Ich musste die Ergebnisse sogar selbst noch einmal überprüfen, weil ich es nicht glauben konnte.

 
Teilen