3/23/2021

Christian Ried und Cooper MacNeil im Interview.

Die IMSA Saison nimmt Fahrt auf, die ersten Rennen liegen hinter der deutsch-amerikanischen Allianz zwischen Proton Competition und WeatherTech Racing. Doch wie kam diese Zusammenarbeit überhaupt zustande, wie funktioniert sie und wie war schließlich das erste gemeinsame Rennen? Diese und weitere Fragen haben Christian Ried und Cooper MacNeil beantwortet.

 

An Cooper MacNeil:
Du bist schon für Proton Competition gefahren, und trotzdem fragen sich viele Fans, wie es jetzt zu der Zusammenarbeit mit dem Team in der IMSA kam?
„Ich kenne Christian und Proton Competition, seit ich 2016 mit dem Team in Le Mans gefahren bin. Seither haben wir immer wieder Kontakt. Wir sind uns in Le Mans über den Weg gelaufen und auch in Sebring, wo er im vergangenen Jahr in der WEC gewonnen hat. Proton hat mit Porsche viele Erfolge in der ELMS und der WEC gefeiert. Als wir mitbekommen haben, dass sie Ende letzten Jahres den 911 RSR von CORE Motorsports gekauft haben und planten, in Daytona an den Start zu gehen, habe ich Christian angerufen. Obwohl er etwas enttäuscht war, dass er in Daytona nicht selbst fahren konnte, haben wir uns darauf verständigt, dass er mit seinem Team für eine volle Saison in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship in die Staaten kommt.“
An Cooper MacNeil:
Das erste Rennen liegt bereits hinter euch: Was sind denn die Hürden in der Zusammenarbeit, vor allem im Hinblick auf die Kommunikation, den Zeitunterschied und die Entfernung?
„Das einzig wirkliche Hindernis war die knappe Zeit, die das Team hatte, in die Staaten zu kommen und alles für Daytona vorzubereiten. Unsere Vereinbarung kam verhältnismäßig spät zustande, in der ersten Januar-Woche. Von da an haben Christian und Teammanager Giulio Pucci unermüdlich daran gearbeitet, um den 911 RSR drei Wochen später in der Startaufstellung zu haben. Sie mussten sich mit den von der Corona-Pandemie verursachten Reisebeschränkungen herumschlagen, mussten Ersatzteile rechtzeitig in die Staaten schicken und das Auto für das größte Rennen des Jahres in der IMSA vorbereiten. Trotzdem haben wir keine Zeit verloren. Bis zum Roar Before the 24, dem offiziellen Test, war alles bereit. Meine Teamkollegen, die Porsche-Werksfahrer Kévin Estre, Richard Lietz und Gianmaria Bruni, kennen den 911 RSR in- und auswendig. Die einzige Unbekannte war der Neue, nämlich ich. Ich bin vorher keinen Kilometer mit diesem Auto gefahren und musste mich daher erstmal langsam ans Limit herantasten. Doch alle im Team haben mich toll unterstützt, so dass es recht einfach war, mich an den 911 RSR und den Unterschied zu einem GT3-Auto zu gewöhnen. Abgesehen von dem Zwischenfall noch vor der Startflagge war Daytona ein guter Beginn unserer Zusammenarbeit.“
An Christian Ried:
Jetzt seid ihr nicht gerade um die Ecke: Wie funktioniert denn die deutsch-amerikanische Allianz?
„Die funktioniert bisher wie erwartet reibungslos. Wir haben eine Werkstatt in Bolingbrook, Illinois, wo WeatherTech Racing zu Hause ist. Das ist unsere Basis. Ein Ingenieur und drei Mechaniker von uns sind ständig vor Ort, um den 911 RSR vorzubereiten. Bei den Rennen sind wir dann insgesamt 28 Leute von Proton Competition plus fünf von Porsche Motorsport aus Weissach.“

 

An Cooper MacNeil:
Du bist nach einiger Zeit wieder im Porsche unterwegs: Wie fühlt es sich an, im RSR zu sitzen?
„Der 911 RSR ist einfach großartig. Im Grunde ist er einfacher zu fahren als ein Porsche GT3, mit dem ich schon Erfahrungen gesammelt habe. Durch den in Richtung Fahrzeugmitte versetzten Motor ist das Handling bedeutend einfacher, und auch die zusätzliche Power ist natürlich angenehm. Die Extra-PS helfen einem, besser durch den Verkehr zu kommen und sorgen natürlich auch für mehr Spaß in deiner Runde.“

 

An Christian Ried:
Zum Schluss noch der Blick nach vorn: Was sind eure Ziele für die erste gemeinsame Saison?
„Wir wollen Rennen gewinnen, keine Frage. Das ist unser Ziel. Mit dem 911 RSR und starken Fahrern haben wir ganz klar auch das Potential, um dieses Ziel zu erreichen. Wir brauchen vielleicht noch ein paar Rennen, um alles auf den Punkt zu bringen. Aber irgendwann wird alles passen. Auf diesen Tag arbeiten wir hin.“
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