12/28/2020

Virtuelles Rennen, echte Siegertypen: Das war Virtual Le Mans 2020.

Ganz ehrlich: 2020 kam uns wohl allen vor wie eine Ewigkeit. Auch, weil die Ereignisse sich überschlagen haben. Nicht nur im Weltgeschehen, sondern auch auf den Rennstrecken: genug News, um mehrere Motorsportsaisons zu füllen. Das wird vor allem dann deutlich, wenn wir uns anschauen, was rund um die 24 Stunden von Le Mans passierte.

In die virtuelle Welt verschoben.

Da das wahrscheinlich wichtigste Langstreckenrennen der Welt im Juni aus bekannten Gründen nicht stattfinden konnte, beschloss der Veranstalter, es zu verschieben. Und zwar im doppelten Sinn: zum einen sollte das reale Rennen im September ausgetragen werden. Zum anderen wurde zum eigentlichen Termin eine virtuelle Ausgabe angesetzt. Eine riesige Herausforderung für alle Teilnehmer. Denn sowohl technisch als auch organisatorisch bedeutete das absolutes Neuland.

Der Porsche Weg.

Diese Challenge gingen wir natürlich nicht irgendwie an. Sondern auf Porsche Art – wenn, dann richtig! Also gründeten wir kurzerhand das Porsche Esports Team. Eine hochkarätige Mannschaft, bestehend aus insgesamt 16 Simracing-Profis und Porsche Werksfahrern. Schulter an Schulter jagten Szenegrößen vom Schlag eines Mitchell deJong und Joshua Rogers mit Real-Life-Racern wie Le-Mans-Gewinner Matt Campbell und Formel-E-Fahrer André Lotterer Tag und Nacht über den Circuit de la Sarthe.

Legendäre Farben.

Wer jetzt denkt, die ersten virtuell ausgetragenen 24 Stunden von Le Mans und die Geburtsstunde des Porsche Esports Teams wären schon Ereignis genug, irrt sich. Denn 2020 hatte noch ein weiteres Ass im Ärmel: Das Jubiläum des ersten Porsche Gesamtsiegs in Le Mans. 1970 schoss ein rot-weißer Porsche 917 KH nach 24 brutalen Stunden als Erster über die Ziellinie. Und legte damit den Grundstein für bis heute 19 Gesamtsiege und einen legendären Ruf. Diesem Meilenstein unserer Rennsportgeschichte setzten wir beim virtuellen Jubiläumsrennen ein Denkmal. Indem unsere 4 911 RSR in einer vom 917 KH inspirierte Retro-Livery an den Start gingen. Übrigens nicht nur rein virtuell – aber dazu gleich noch mehr.

24 Stunden echte Gefühle.

Das eigentliche Rennen war ein wilder Ritt. Nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der Realität. Aber trotz typischer Debütproblemchen lief es mehr als erfolgreich für das Porsche Esports Team. Der 911 RSR #93, pilotiert von den Simracern Joshua Rogers, Tommy Østgaard und den Werkspiloten Ayhancan Güven und Nick Tandy, sicherte sich nicht nur einen Start-Ziel-Sieg. Sondern brannte auch die schnellste Rundenzeit in der GTE-Klasse in den Asphalt. Und in noch einer Sache brachten sie Simulation und Realität zusammen: Die virtuelle Livery wurde während des Nachholtermins der „echten“ 24 Stunden von Le Mans von den 911 RSR getragen. Das Tüpfelchen auf dem i – Simracing ist spätestens 2020 endlich angekommen.

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