8/26/2020

Die zwei Seiten der Medaille. Porsche mit Pech in Alton.

Nach dem Qualifying ist vor dem Rennen. Leider. Denn was sich beimfünften Lauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship abspielte,war für Beobachter und Fans nicht vorauszusagen. Aber von vorn.

Porsche sichert sich die erste Startreihe im Qualifying.

Eigentlich weiß man erst im Ziel, was die optimale Taktik für ein Qualifying ist, aber die erfahrene Porsche Werksmannschaft hat ihrem Namen einmal mehr alle Ehre gemacht. Zu Beginn der 15-minütigen Session warteten Frédéric Makowiecki am Steuer der Startnummer 911 und Laurens Vanthoor im Schwesterauto 912 zunächst eine Minute ab. Nicht um das Feld von hinten aufzurollen, sondern um für die nächsten 6 Runden freie Fahrt zu gewährleisten. So tasteten sie sich im Verlauf immer näher an das Limit heran und nutzten das nach starkenRegenfällen eher niedrige Grip-Niveau der Strecke optimal aus.In 1:40,389 Minuten war Makowiecki nicht aufzuhalten und unterbot Vanthoors Polerunde des Vorjahres um 3 Zehntelsekunden. Die dritte Pole-Position im fünften Rennen unterstrich an diesem Wochenende einmal mehr die Stärken der neusten Generation des 911 RSR. Und dochsollte es für Makowiecki/Tandy (Startplatz 1) und Vanthoor/Bamber (Startplatz 2) nicht zum Sieg reichen.

Wenn das Schicksal Regie führt.

Beide Werksautos waren aufgrund ihrer enormen Konstanz auf höchstem Niveau siegfähig und hatten sich anfänglich gemeinsam vom Feld absetzen können, bis das Schicksal die Regie übernahm.

Bereits nach 11 Runden musste Frédéric Makowiecki, in Führung liegend, mit einem Reifenschaden außerplanmäßig zu einem frühen Boxenstopp. Im Rahmen einer Safety-Car-Phase gelang es der Startnummer 911 zwar, sich zurück an die Spitze zu arbeiten und sogar einen Vorsprung von 18 Sekunden herauszufahren. Aber ein erneuter Reifenschaden bremsteMakowiecki/Tandy nach über 2:40 Stunden auf dem Weg zum lang ersehnten ersten Sieg des neuen 911 RSR in den USA erneut aus. Nach dem fälligen Boxenstopp fiel Tandy auf Platz 3 zurück. Trotz seiner Attacke und der mit 1:41,333 Minuten schnellsten Rundenzeit in den finalen Umläufen konnte er sich nicht mehr nach vorn arbeiten und fuhr als Dritter über die Ziellinie. „Dieser Podestplatz ist der traurigste meiner Karriere“, kommentierte Makowiecki im Nachgang das Rennen.

Der Startnummer 912 der amtierenden GTLM-Meister Bamber und Vanthoor erging es nicht viel besser. Kurz nach dem Restart der Safety-Car-Phase wurde im engen Zweikampf mit einem BMW der Diffusor am Heck so stark beschädigt, dass ein Boxenstopp nicht reichte. Die notwendigen Reparaturen warfen das Fahrzeug um 3 Runden zurück. Mehr als Platz 5 war unter diesen Umständen nicht mehr möglich.

Eine beeindruckende Aufholjagd in der GTD-Klasse.

Der Porsche 911 GT3 des Kundenteams Wright Motorsports erreichte nach einer starken Aufholjagd in der GTD-Klasse nach FIA-GT3-Reglement noch den sechsten Platz. Patrick Long und Ryan Hardwick arbeiteten sich mit der Startnummer 16 von Startplatz 12 im Verlauf des Rennens konsequent nach vorn und belegen nach dem sechsten Platz in Alton auch in der Gesamtwertung Platz 6.

Auf ein Neues auf der Road Atlanta.

Vor dem sechsten Rennen am 6. September auf der Road Atlanta belegt Porsche in der Herstellerwertung den dritten Platz. In der Fahrermeisterschaft bleiben Laurens Vanthoor und Earl Bamber auf Platz 2. Es bleibt zu hoffen, dass das nötige Rennglück zurückkehrt und das Porsche Werksteam sich mit einem Sieg für die großartige Arbeit belohnen kann.

Teilen