8/20/2020

Ein turbulenter Neustart-Ziel-Sieg bei der Le-Mans-Generalprobe.

172 Tage Stillstand in der WEC. Keine Rundenrekorde, kein Schweiß, keine Zielflagge. Corona hatte den Sport weltweit auf private Krafträume oder Waldwege reduziert und dann das: ein Neustart-Ziel-Sieg für den 911 RSR der amtierenden GTE-Pro-Weltmeister Kévin Estre und Michael Christensen im belgischen Spa-Francorchamps. Eine mehr als geglückte Generalprobe für Le Mans und für das gesamte Porsche Team.

Vierte Pole-Position der Saison verpasst?

Nein, ja, nein.

Bei besten Bedingungen für das Qualifying in den Ardennen katapultierte Michael Christensen den 911 RSR mit der Startnummer 92 in 2:14,223 Minuten zunächst auf die Pole-Position. Und doch wurde schon dieser Auftakt zu einer Achterbahn der Gefühle, denn obwohl Kévin Estre Christensens Rundenzeit noch um 0,032 Sekunden unterbot, hatte die Rennkommission im Rahmen einer Videoanalyse entschieden, dass Estre auf seiner schnellsten Runde mit allen 4 Rädern außerhalb der Streckenmarkierung fuhr und die #92 somit das Feld von hinten aufrollen musste. Am Samstag korrigierten die Stewards jedoch die Entscheidung der Rennkommissare und Christensen/Estre waren wieder da, wo sie hingehörten: auf Startplatz 1.

Ihre Werksfahrerkollegen Gianmaria Bruni und Richard Lietz stellten das Schwesterauto mit der Startnummer 91 in der Qualifikation noch auf Platz 3, der in diesem Jahr noch härter umkämpften GTE-Pro-Klasse.

Ein Rennen: Regen gegen Sonne.

Kurz vor dem Start zur Le-Mans-Generalprobe überflutete derartig starker Regen die Strecke, dass das Rennen nicht einmal hinter dem Safety-Car gestartet werden konnte.

Als der Wettbewerb schließlich bei nachlassendem Regen freigegeben wurde und das Safety-Car den Kurs verlassen hatte, fanden die beiden Porsche 911 RSR jedoch zunächst den Grip nicht. Erst nach einer Weile, als die Strecke trockener wurde, besserte sich die Situation. Doch wer sich in diesem Rennabschnitt schon zu freuen begann, wurde von erneutem Starkregen und einer zweiten Safety-Car-Phase eines Besseren belehrt. Die beiden GT-Renner aus Weissach fielen ein zweites Mal zurück. Erst mit Rückkehr der Sonne im zweiten Rennabschnitt, konnte der RSR seine Stärken vollends entfalten. Christensen und Estre konnten mit stabil schnellen Stints und einer klugen Teamtaktik an Ferrari und Aston Martin vorbeiziehen und an die Spitze zurückkehren. Bruni und Lietz mussten sich am Ende mit Platz 5 zufriedengeben.

In der Gesamtwertung hat Porsche mit diesem Sieg den Abstand auf die Spitze erneut verkürzen können und liegt ebenso auf Platz 2, wie Christensen und Estre in der Fahrermeisterschaft.

Harter Wettbewerb auch in der GTE-Am-Klasse.

Das Kundenteam Dempsey Proton feiert den ersten Podestplatz der laufenden Saison. Nach einer unglaublichen Qualifikation, in der Werksfahrer Matt Campbell mit 2:15,300 Minuten die Pole-Position herausfuhr, musste sich das Team am Ende mit Platz 2 zufriedengeben. Obwohl Campbell in der finalen Phase des Rennens das volle Potential der 2017er-Version des 911 RSR abrief, fehlten zum ersten Saisonsieg 2,898 Sekunden.

Teilen