8/13/2020

Güven wiederholt seinen Silverstone-Triumph.

Ein Jahr nach seinem ersten Erfolg in Silverstone holt sich Porsche-Junior Ayhancan Güven hier seinen zweiten Sieg. Ein Triumph, der den Titelkampf in den letzten drei Runden noch spannender macht, als er ohnehin schon ist.

Was braucht es als perfekten Rahmen für den 70th Anniversary Grand Prix der Formel 1? Ein packendes #Festrennen mit 25 Porsche 911 GT3 Cup! Nachdem das erste Rennen auf der Traditionsstrecke eine Woche zuvor eine eher klare Angelegenheit war, gab es beim zweiten Auftritt des Porsche Mobil 1 Supercup auf dem legendären Silverstone Circuit reichlich Überholaction. Dabei strahlte einer über allem: Porsche-Junior #22 Ayhancan Güven (TUR/Martinet by Alméras). Er holte sich seinen zweiten Supercup Sieg genau an der Stelle, an der er im vergangenen Jahr zum ersten Mal ganz nach oben das Podium klettern durfte.

Er musste für den Triumph allerdings hart kämpfen, denn das ganze Rennen über stand er unter Druck von zwei Routiniers: #25 Larry ten Voorde (NED/Team GP Elite), der das Silverstone-Rennen die Woche zuvor gewonnen hatte, und #2 Dylan Pereira (LUX/BWT Lechner Racing), der die Gesamtwertung anführt. Auf dem Papier war es ein Start-Ziel-Sieg, doch so einfach war es nicht.

Ich habe anfangs jede Runde in der Maggotts-Beckets denselben Fehler gemacht. Zum Glück konnte ich die Angriffe von Larry jedes Mal abwehren. Zur Rennhälfte hatte ich die Kurvenkombination endlich im Griff, danach war es einfach.

(TUR/Martinet by Alméras)

Porsche-Junior widersteht Druck und Hitze.

Mit einem guten Start konnte Güven seine Pole Position direkt in die Führung ummünzen. Auch dahinter blieben die Positionen zunächst wie in der Startaufstellung: Ten Voorde gefolgt von Rookie #24 Max van Splunteren (NED/Team GP Elite), Pereira und dem überraschend starken #4 Jean-Baptiste Simmenauer (FRA/Lechner Racing Middle East), ebenfalls Rookie.

Dieses Fünferpaket sollte das Rennen bestimmen, das gleich nach dem Start für zwei Runden durch ein Safety Car unterbrochen werden musste. Beim Restart brachte Pereira fertig, woran alle anderen eine Woche zuvor gescheitert waren: Er schaffte es, mit einem fairen Manöver van Splunteren zu überholen. In Kurve 3 (Village) setzte er sich außen neben den Holländer und war dadurch in Kurve 4 (Loop) auf der schnelleren Innenbahn. So ging er auf die dritte Position und kam in Schlagdistanz zu ten Voorde.

Wir haben deutliche Fortschritte bei der Abstimmung meines Autos gemacht. Das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Rennen.

(LUX/BWT Lechner Racing)

Der Top-Fahrer von Team GP Elite und überlegene Sieger des Rennens von letzter Woche setzte an der Spitze sofort nach dem Restart Güven unter Druck. Doch dieser wusste alle Tricks der Porsche-Rennfahrerschule anzuwenden und verteidigte versiert. Mehr als ein paar leicht abzuwehrende Außenbahn-Angriffe ließ der Türke nicht zu. Trotz einiger Annäherungsversuche bekam auch Pereira gegen ten Voorde keinen Fuß in die Tür, womit der Niederländer weitere drei Punkte auf den Gesamtführenden aufholte. Güven und seine zwei Begleiter überquerten innerhalb von nur 1,135 Sekunden den Zielstrich!

Ich glaube, ich wäre heute etwas schneller gewesen als Ayhancan. Aber er hat zu wenige Fehler gemacht, ich hatte keine echte Chance zum Überholen.

(NED/Team GP Elite)

Rookies liefern sich die härteren Duelle.

Für reichlich Unterhaltung sorgten wieder einmal die Rookies im Feld, die in dieser Saison schon viel Freude bereitet haben: Van Splunteren musste seinen Rookie-Sieg etliche Runden lang gegen den furios attackierenden Simmenauer verteidigen. Der Franzose fuhr das stärkste Rennen seiner bislang jungen Karriere im Porsche Mobil 1 Supercup. Mehrmals griff er van Splunteren an und kam sogar einmal in Brooklands innen auf gleiche Höhe. Van Splunteren konnte durch Luffield hindurch aber gerade noch einmal die Oberhand behalten und Platz vier nach Hause fahren.

Zum Glück konnte ich Jean-Baptiste hinter mir halten. Das war ein toller und immer fairer Zweikampf.

(NED/Team GP Elite)

Jenseits der Top 5 sorgte eine weitere Gruppe für mehr als genug Action. Mittendrin: Porsche-Junior #1 Jaxon Evans (NZL/BWT Lechner Racing), die Woche zuvor noch als Dritter auf dem Podest. Diesmal musste er sich mit einer ganzen Reihe junger Wilder auseinandersetzen. Einer der Protagonisten war der Norweger #10 Marius Nakken (NOR/Dinamic Motorsport). Er geriet in gleich zwei Rempeleien, einmal mit Rookie #3 Leon Köhler (GER/Lechner Racing Middle East) und einmal mit #8 Julian Hanses (GER/Lechner Racing Middle East). Auch Evans wurde in die Situationen verwickelt und musste zum Teil scharf abbremsen.

Größter Profiteur dieser Szenen war Rookie #23 Marvin Klein (FRA/Martinet by Alméras). Der französische Rookie legte eine herausragende Aufholjagd von Startplatz elf hin. Er nutzte die Positionskämpfe vor sich perfekt zu seinen Gunsten aus und sicherte sich noch die sechste Gesamtposition sowie Rang drei in der Rookiewertung.

An anderer Stelle ging die Tuchfühlung weniger glimpflich aus: Eine Kollision zwischen #31 Daan van Kuijk (NED/GP Elite), #6 Jordan Love (AUS/FACH AUTO TECH) und #11 Moritz Sager (AUT/Dinamic Motorsport) löste die bereits angesprochene Safety-Car-Phase schon in der ersten Runde aus. Der Australier stand nach einem heftigen Stoß des Niederländers quer, blieb aber auf dem Gas. So geriet er in die Ausweichlinie des von hinten heraneilenden Moritz Sager und traf ihn auf Höhe der Hinterachse. Beide Fahrer mussten ihre stark beschädigten Fahrzeuge abstellen. Daan van Kuijk, der Unfall-Initiator, konnte weiterfahren, kassierte aber eine Zeitstrafe. Love wiederum wird beim nächsten Rennen fünf Startplätze nach hinten versetzt.

Ich habe die Kurve zu eng genommen, über den Curbs abgehoben und Jordan hinten voll erwischt. Dafür entschuldige ich mich.

(NED/GP Elite)

Sager unterbricht Lindlands ProAm-Siegesserie.

Um die Fans vor den heimischen Bildschirmen noch heißer zu machen, als es das Wetter ohnehin schon tat, war die Entscheidung in der ProAm-Wertung noch enger als an der Spitze des Feldes: #12 Philipp Sager (AUT/Dinamic Motorsport), #20 Roar Lindland (NOR/Pierre Martinet by Alméras) und #21 Clément Mateu (FRA/Pierre Martinet by Alméras) klebten in ihren 485 PS starken Porsche 911 GT3 Cup 13 Runden lang aneinander. Auf der Ziellinie waren sie durch lediglich 0,882 Sekunden voneinander getrennt! Letztlich war es Sager, der Lindlands Siegesserie nach drei Triumphen in Folge unterbrach.

Ich hatte den richtigen Riecher, als vor mir mein Sohn Moritz in einen Unfall verwickelt wurde. In dem daraus resultierenden Durcheinander ging ich an Roar vorbei. Obwohl er alles versucht hat, konnte ich ihn hinter mir halten.

(AUT/Dinamic Motorsport)

Damit hat der Porsche Mobil 1 Supercup seinen zweiten "Doubleheader" in der Saison 2020 hinter sich gebracht. Für die Beteiligten bleibt kaum Zeit zum Durchschnaufen: Die Sachen werden gepackt und schon ab dem 14. August geht es auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya weiter – diesmal unter dem Motto #AcceleratingPassion. Fahrer und Teams werden sicher mit ganzer Leidenschaft auf die Strecke gehen – in einer Meisterschaft, in der noch nichts entschieden ist.

Gesamtplatzierung 5. Runde Porsche Mobil 1 Supercup, Silverstone

PositionEntry No. DriverNationTotal PointsPoints Round 4 Points Round 5
12Dylan PereiraLUX971017
225Larry ten VoordeNLD932520
322Ayhancan GüvenTUR80725
41Jaxon EvansNZL62178
533Florian LatorreFRA54149
623Marvin KleinFRA52910
724Max van SplunterenNLD512014
84Jean-Baptiste SimmenauerFRA48612
93Leon KöhlerDEU4687
1010Marius NakkenNOR2646
116Jordan LoveAUS2450 (DNC)
125Jaap van LagenNLD23125
1326Jesse van KuijkNLD1833
1431Daan van KuijkNLD1200
1530Lucas GroeneveldNLD1222
1615Jukka HonkavuoriFIN1111
1711Moritz SagerAUT400 (DNC)
1814Mateo LlarenaGTM201
1920Roar LindlandNOR000
2012Philipp SagerAUT000
2119Stéphane DenoualFRA0--
2221Clément MateuFRA000
2332Philippe HaezebrouckFRA00-
2419'Roland BervilléFRA0--
DNF) = did not finish(DNC)= did not classify(DNS)= did not start(*)=disqualified (-) = no participation in event
Teilen