8/5/2020

Podium in Berlin: Auftakt nach Maß.

Direkt zu Beginn des großen Finales macht nicht nur die Formel E mit einem packenden Rennen Werbung für sich. André Lotterer fährt überragend aufs Podium.

Es war angerichtet. Doch dann verzögerte er sich, der Re-Start der laufenden Formel E Saison: Die Ampel war an, die Piloten in der Startaufstellung – aber etwas klemmte. Kein Problem: Per Hand schaltete man die Startampel in Berlin noch einmal aus, ehe sie 5 Mal rot und schließlich grün wurde. Das „Sixpack“ auf dem Tempelhof war somit eröffnet.

Der TAG Heuer Porsche Formula E Team Pilot André Lotterer startete von Position 3 aus ins Rennen und schaffte es dank der besseren Linie, diese Position zu verteidigen. Das Feld rückte erst eng zusammen und machte sich dann lang: Wie auf einer Schnur aufgereiht rasten die Fahrer surrend über den ehemaligen Flughafen. Diese Dynamik fand jedoch ein jähes Ende, als das Safety Car zum Einsatz kam. Das Feld rückte wieder dicht zusammen. Nun hieß es Energie sparen. Wer hat das beste Management, bis die grüne Flagge das Rennen wieder freigeben wird? Sowohl Neel Jani als auch André Lotterer meisterten das Haushalten mit der Energie vorbildlich – ein wichtiger Punkt für den weiteren Verlauf des Rennens.

Grüne Flagge in Berlin.

Kaum war das Rennen freigegeben, tobten an der Spitze wieder die Kämpfe um die besten Positionen. André Lotterer war auf Platz 3 unter Druck und fiel wie kalkuliert beim Aufladen des Attack Modes einen Platz zurück, blieb aber dicht an Position 3. Neel Jani fuhr ein solides Rennen mit guter Pace in der Mitte des Feldes. Dann plötzlich die Ansage der Rennleitung: „Full-Course-Yellow“. Felipe Massa rutschte in die Bande und blieb am Rand der Strecke liegen. Also: alles wieder auf Anfang. Jeder herausgefahrene Vorsprung war somit dahin. Mit maximal 50 Kilometer pro Stunde rollte das Feld nun über die Rennstrecke. Erneut hieß dies für alle Piloten: Energie sparen für die letzten Minuten.

Nur noch 5 Minuten.

Welche Dramatik in Berlin! André Lotterer übernimmt den zweiten Platz, da Sam Bird sich seinen letzten Attack Mode abholen musste – doch eben genau diesen Extraschub an Energie nutzte der Brite, um erneut vorbeizuziehen. In einem packenden Duell jagen der Porsche Pilot und Sam Bird über die Zielgerade in die letzte Runde. Die restliche Energiemenge befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im unteren einstelligen Bereich. Nun zeigte der TAG Heuer Porsche Formula E Team Pilot seine ganze Klasse: Kurz vor Schluss schaffte er es, sich durch ein cleveres Manöver in einer der letzten Kurven auf den zweiten Platz zurück zu kämpfen. André Lotterer fährt zum Auftakt in Berlin aufs Podium.

Ein Start nach Maß kann man sagen. Denn: Bei den verbleibenden 5 Rennen ist noch etwas Luft nach oben. Nicht mehr viel, zum Glück! Aber für ein weiteres Highlight kann man im Verlauf des großen Saisonfinales noch ein Treppchen steigen. So kann es weitergehen. Zeit zum Erholen bleibt kaum, denn morgen geht es in Berlin schon weiter. Aber nach solch einem Rennen lautet die Frage wohl eher: Wer möchte denn nun eine Pause?

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