6/20/2020

Auftrag: Siegen – Dylan Pereira

Dylan Pereira verstärkt 2020 die Mannschaft von FÖRCH Racing. Der erfahrene Cuppilot gehört zum Favoritenkreis im Porsche Carrera Cup Deutschland. Doppelstarts in Carrera- und Supercup.

Die Chancen für den Titel stehen nicht schlecht, aber ein Spaziergang wird das nicht werden.

FÖRCH Racing

Es ist angerichtet für den Titelkampf

Gerne zählt er sich zum Kreis der Favoriten auf den Meistertitel des Porsche Carrera Cup Deutschland: Dylan Pereira, der 23-Jährige aus dem Fürstentum Luxemburg. Es scheint angerichtet zu sein und die Zutaten des Mannes aus dem Großherzogtum sind vom Feinsten. Pereira will um den Meistertitel des Porsche Carrera Cup Deutschland fahren.

Erfahrung am Steuer eines Cup-Porsche hat er reichlich. In seiner sechsten Saison und mit weit über einhundert Rennen gehört er fast schon zum Inventar der Cups und Challenges und es war nicht nur der Porsche Carrera Cup Deutschland, in dem er antrat. Gerne gönnte er sich Doppelstarts, greift auch noch im Porsche Mobil 1 Supercup ins Lenkrad. Seine Vorbereitungsmöglichkeiten abseits der Rennstrecke sind ebenfalls geradezu perfekt, denn der Mann mit portugiesischen Wurzeln und Luxemburger Pass ist Mitglied des Sportförderkaders seines kleinen Heimatlandes.

Sein Auftrag - Siegen!

„Seit drei Jahren gehöre ich zur Armee, bin allerdings für den Motorsport vom militärischen Dienst freigestellt“, erzählt er, um gleich noch weitere Vorteile anzuführen: „Mit Sport- und Fitnesstests und Medical Checks werde ich von der Armee unterstützt. Dieses Programm hilft schon sehr.“ Seit drei Jahren ist er in der Army, für ein weiteres Jahr hat er unterschrieben. „Bis zu acht Jahre könnte ich im Sportkader bleiben“, freut er sich über die Unterstützung seines kleinen Heimatlandes für den Motorsportler, der so aber gut wie nie im grünen Outfit zu erscheint hat. Die Armee sieht ihn lieber im Rennoverall. „Neulich habe ich allerdings mal wieder eine Uniform getragen“, sagt er und wird ein wenig nachdenklich. „Während des Corona-Lockdowns hat die Armee Schutzmasken unter der Bevölkerung verteilt und da war ich dabei, konnte so wenigstens ein wenig zurückgeben.“

Denn, die Bevölkerung hilft auch ihm, hilft dem Aushängeschild des Sportwagenrennsports in Luxemburg. „Wir sind ein sehr kleines Land und Motorsportler sind bei uns eher Exoten“, spricht er über einen wichtigen Punkt des Motorsports - die Finanzierung, das Budget. „Viele - eher kleinere Partner und Sponsoren – helfen mir mein Saisonbudget zusammenzubekommen.“ Es ist ein wenig wie Mit-dem-Hut-umlaufen was er und sein Vater Guillaume machen, um die Rennkasse des Filius zu füllen. „Ich bin dankbar dafür, denn wir haben viele treue Partner, die mir auch finanziell helfen, mir meinen Lebenstraum zu erfüllen.“

Luxemburg ist sein sehr kleines Land. Den Motorsport hier zu finanzieren ist nicht gerade einfach.

Pereira: Denn er weiß, was er tut

Die Vorbereitungen für die neue Rennsaison sind getroffen und die paaren sich dann mit dem Können und dem Willen des Dylan Pereira unbedingt etwas erreichen zu wollen. Er gibt grundsätzlich alles, fährt auf der sprichwörtlich letzten Rille und wirft in Zweikämpfen gerne seine portugiesischen Gene in die Waagschale. Mit südländischem Eifer stürzt er sich in die Rennen der Porsche-Markenpokale - 2020 nun mit FÖRCH Racing. „Das ist ein wenig wie eine Rückkehr an alte Wirkungsstätten“, kramt er in Erinnerungen daran, „dass ich Robert Lukas (Teamchef FÖRCH Racing) schon seit sechs Jahren - seit meinen Zeiten aus dem VW-Golf-Cup - kenne, mit Ingenieur Sigi (Müller) schon zusammengearbeitet habe und auch schon mal für das Team gefahren bin.“

Auf der sportlichen Habenseite notieren wir für Dylan Pereira in den Porsche-Markenpokalen zwei Siege, eine Pole-Position, 21 Podiumsplatzierungen und in seiner Spezialdisziplin - der schnellste Rennrunden - neun Erfolge. Nach seinen Erwartungen darf da gerne noch einiges in der kompakten Saison des Jahres 2020 hinzukommen. „Das wird in diesem Jahr wirklich Schlag auf Schlag gehen“, wälzt er den Terminkalender, wiegelt dann aber ab. „Eigentlich ist der Kalender für mich gar nicht mal so stressig. Ich fahre erst den Porsche Mobil 1 Supercup von Anfang Juli bis Anfang September und dann steige ich in den Porsche Carrera Cup Deutschland ein. Also, alles easy. Das Einzige, was mir Sorgen macht, ist das Finale des Carrera Cups im November; da kann es schon ganz schön kalt werden“, kommen beim Familienmenschen Pereira wieder die südländischen, weil portugiesischen Wurzeln durch. „Stimmt, Familienmensch bin ich. Ich freue mich, wenn Vater, Mutter und Schwester an den Rennwochenenden dabei sind, obwohl“ – grübelt er mal kurz – „ab und zu ist Ruhe auch mal ganz schön.“

Und wenn nicht: Dann werden die Pereiras wohl wieder ihre Dancing Acts aufführen. In den und bei den Meisterfeiern steht die nette Familie aus Luxemburg auf dem Dance Floor eindeutig auf Pole-Position.

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