6/5/2020

MRS GT-Racing – Dream Team.

Ein erfolgreiches Rennteam braucht einen leidenschaftlichen Team Manager. Bei MRS GT-Racing sind es zwei. Und sie haben zusammen Supercup Geschichte geschrieben. Ende offen.

Beginnen wir im Jahr 1998. Der gelernte Kfz-Meister Karsten Molitor betreibt mit seiner Werkstatt nebenbei einen kleinen Rennbetrieb. Schon damals passt zwischen Motoren und Molitor kein Blatt. Rennsport ist sein Antrieb und Experimentierfeld, beispielsweise Langstreckenpokale in Fahrzeugen der Gruppe A und Gruppe N. Als Schrauber und VLM-Rennfahrer in Personalunion haben ihn die Porsche auf der Strecke immer aufgeregt – die waren einfach zu schnell, zu gut. Als Rennstallbesitzer treibt es ihn in die Welt der Markenpokale. Renault bietet interessante Serien, spannende Herausforderungen, das nächste Level. Und mit Renault tritt die junge Rennfahrerin Iris Dorr in sein Leben. Deren Vater Heinz Dorr, selbst erfolgreicher Porsche Rennfahrer, hat ihr nicht nur das Talent für die Rennstrecke vererbt. In ihrem Herzen brennt dieselbe Leidenschaft für Motorsport wie bei Karsten Molitor. Fortan bestreitet sie für die Molitor-Racing-Stuttgart GmbH zahlreiche Rennen. Und sie wird zu einem unverzichtbaren Teil des noch jungen Rennstalls.

Im Rennsport ist es entscheidend, Talente zu entdecken. Ich habe irgendwann erkannt, dass mein größtes Talent auf der anderen Seite der Boxenmauer liegt.

Team Manager & Rennstall-Gründer

Es folgen die wilden Jahre von MRS mit der Teilnahme an verschiedenen Markenpokalen, aber auch an der V8-S.T.A.R. Serie. Das Niveau im Kundensport steigt zu dieser Zeit deutlich, neue Möglichkeiten tun sich auf. Das Team Molitor & Dorr möchte bei dieser Entwicklung vorne mit dabei sein, neue Serien ausprobieren, noch erfolgreicher werden. Wer aber mit Rennsport erfolgreich sein will, kommt um Porsche nicht herum. Also beschließt MRS 2003 den Einstieg in den Porsche Carrera Cup Deutschland und gleichzeitig in den Porsche Supercup. 17 Rennsaisons und zwei Modellwechsel beim Porsche 911 GT3 Cup später ist der Rennstall immer noch dabei – so groß, wie nie zuvor. Allein um die 16 Porsche Rennfahrzeuge sind in verschiedenen Serien für MRS unterwegs – 911 GT3 Cup und 911 GT3 R. Außerdem noch GT-Fahrzeuge englischer und japanischer Hersteller, “Alles großartige Rennwagen.” konstatiert Iris Dorr. Derart üppig ausgestattet kann der Rennstall Kunden und Fahrern eine große Angebotsbreite im internationalen Top-GT-Rennsport bieten. Von 2010 bis 2013 war sogar eine eigene Serie dabei: die Porsche GT3 Cup Challenge Eastern Europe, die zweimal den Support Event für die Formel 1 in Istanbul stellte.

Leben für den Rennsport. Was sonst.

Wer mit ungebremster Leidenschaft an seinem Lebenstraum arbeitet, kommt weiter. Leidenschaft muss man sich jedoch leisten können, das gilt vor allem im Rennzirkus. Karsten Molitor hat das mit seinem Betrieb früh gelernt und die Wirtschaftlichkeit immer im Blick. Bei der Finanzierung setzt der Rennstall wie schon beim Angebot lieber auf einen breiten Mix, als auf wenige große Geldgeber. Gastfahrer sind nur ein kleiner Teil davon – auch wenn allein im Porsche Mobil 1 Supercup 2019 insgesamt 21 Fahrer einen Einsatz im MRS-Cockpit hatten. Einseitige Abhängigkeiten wären das Ende von Flexibilität und Experimentierfreude des Rennstalls – und genau das macht ihn aus.

Wir sind immer organisch gewachsen. Und hatten daher jederzeit die Freiheit, Experimente zu wagen.

Team Manager & Rennstall-Gründer

So setzt man seit fast zwei Jahren neben dem klassischen Rennsport auf SIMRacing und ist auf den virtuellen Rennstrecken in führenden Serien mit eigenem Team aktiv. Stars der Szene sind schon für MRS gefahren. Rudy van Buren zum Beispiel, der im Gegenzug auch ein Rennen im Porsche Mobil 1 Supercup hinter dem Steuer eines echten Porsche 911 GT3 Cup absolviert hat. Oder Marc Gassner, der über SIMRacing zum echten Rennsport kam – ein Weg, den MRS zudem in der eigenen Fahrer-Nachwuchsarbeit verfolgt. Virtuelles und echtes Racing zu verbinden ist essentiell für die Zukunftsfähigkeit, davon sind Iris Dorr und Karsten Molitor fest überzeugt: Es macht Sinn für jedes Rennteam, auch ein SIMRacing Team zu haben.

Führungsqualitäten? Bauchgefühl und Herzblut.

So zukunftsorientiert der Rennstall MRS ist, so traditionell sind die Werte, die von der Führungsspitze vorgelebt werden. Jedes neue Rennwagen-Modell wird von den Chefs selbst getestet. Für den Kfz-Meister in Karsten Molitor ist das ein besonderes Vergnügen. So spürt er im 991er Modell des Porsche 911 GT3 Cup nach wenigen Metern, was sich gegenüber dem Vorgänger 997 getan hat und geht gleich in die Technikanalyse. Bei Ex-Rennfahrerin Iris Dorr steuert das über Jahre trainierte Bauchgefühl zentrale Daten zur Kaufentscheidung bei. Ein breiter Stand auf der Piste, satter Sound und das spektakuläre Design eines neuen Boliden setzen bei beiden Chefs gleichermaßen Emotionen frei. So ist das einfach, wenn man Racing im Blut hat.

Vielfalt, Offenheit und Internationalität sind Kernwerte, die bei uns gelebt werden. Wir sind eine große, bunte Rennsportfamilie.

Team Managerin

Überhaupt ist Herzblut der Kitt, der den gesamten Rennstall zusammenhält. MRS ist das deutsche Team im Top-Markenpokal des ebenfalls deutschen Sportwagen Herstellers Porsche. Man möchte meinen, dies hätte eine besondere Bedeutung, aber dem ist ganz und gar nicht so. Im Gegenteil. Dorr und Molitor lieben und leben die Internationalität in ihrem Unternehmen. Rennfahrer, Mechaniker und Servicepersonal aus allen Teilen der Welt treffen hier aufeinander – Menschen voller Gegensätze. Bei MRS wird daraus Magnetismus. Es wirkt eben nichts anziehender, als die leidenschaftliche Arbeit am gemeinsamen Rennerfolg.

Steckbrief MRS GT-Racing

In Lonsee-Luizhausen bei Ulm, ungefähr eine Fahrstunde von Porsche Motorsport in Weissach entfernt, ließen Karsten Molitor und Iris Dorr im Jahr 2000 das neue Hauptquartier errichten. Das “S” in MRS steht seitdem für Systems, nicht mehr für Stuttgart.

Teams 2020Porsche Mobil 1 Supercup

MRS GT-Racing

Ein Team, so international wie der Supercup.

Ein Rennteam sei ein lebendiger Organismus und ständig in Bewegung, meint Karsten Molitor, dessen Vorbilder Teams wie AF Corse oder Team Penske sind. Die Fahrer nehmen in diesem Organismus eine besondere Rolle ein. Bei MRS kommen sie derzeit gerne aus dem südamerikanischen Raum – auch hier ist das Team exotischer, als andere im Supercup. Junge, ambitionierte Fahrer wie #14 Matteo Llarena erhalten ebenso ihre Chance im Cockpit wie ProAms, die es nochmal wissen wollen.

Die wesentlichen Eigenschaften eines idealen Rennfahrers sind Talent, Charakter und Fleiß, sowie die bedingungslose Bereitschaft im Team zu arbeiten.

Team Managerin

Mit Larry ten Voorde saß 2019 wieder ein sehr erfolgreicher Pilot am Steuer eines Porsche GT3 Cup von MRS. Er beendete die Serie auf einem respektablen 4. Platz der Gesamtwertung und im Team knisterte es wie zuletzt 2009, als man mit René Rast Vize wurde. Ob ihn in diesem Jahr mit #15 Jukka Honkavuori ein Finne beerbt, bleibt abzuwarten. Erst einmal muss das Team alle Fahrer nach Europa bekommen. Angesichts der komplizierten Einreiseregelungen im Corona-Jahr die erste große Herausforderung.

Ein Rennsommer voller englischer Monate.

Es ist eine besondere Leistung, im Porsche Mobil 1 Supercup vorne mitzufahren. Parallel auch in anderen Rennserien das komplette Programm abzuspulen wird 2020 eine fast schon unlösbare Aufgabe, vor allem logistisch. Supercup, Porsche Carrera Cup Deutschland, ADAC GT Masters, ADAC GT4 Serie, 24H Series und mehr – der Rennkalender von MRS ist aufgrund des späten Saisonbeginns übervoll. Es warten nicht nur englische Wochen, sondern englische Monate.

So groß die Vorfreude bei MRS GT-Racing auf echte Supercup Rennen mit wirklichen 485 PS im leibhaftigen 911 GT3 Cup auch ist: einfach wird die Saison für den Rennstall nicht. Improvisationstalent hilft, davon gibt es bei MRS zweifelsfrei genug. Und eine sportliche Einstellung, wie Karsten Molitor klarstellt: “Beim Rennen gibt es traditionell mehr Verlierer als Gewinner. Aber wir fahren immer, um zu gewinnen.” Dem haben wir nichts hinzuzufügen, außer ein Quäntchen Glück – das kann MRS in 2020 sicher ebenfalls brauchen.

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