5/29/2020

Dinamic Motorsport – La Bella Macchina.

“Zuerst einmal sind wir natürlich Italiener!” Nach so einer Ansage vermutet man viel Rot auf dem Auto. Im Falle von Dinamic Motorsport ist das falsch gedacht – La Bella Macchina ist Schwarz-Weiß-Grün.

Bei Dinamic Motorsport kommt die schöne Maschine zudem aus Stuttgart, nicht aus Maranello. Was weder den gängigen Klischees entspricht, die man in Bezug auf italienischen Motorsport kultiviert hat, noch geografisch nahe liegt: Vom Dinamic-Firmensitz bei Reggio Emilia bis zur Ferrari-Zentrale sind es nur 43 Kilometer. Aber das macht die Sache ja umso interessanter. Schließlich sind es die kleinen Brüche mit der Erwartungshaltung, die Lust auf mehr machen. Für Dinamic Motorsport, das inzwischen von Giuliano Bottazzi gemanagt wird, ist das alles natürlich Alltag. Aber man ist sich immer noch gewahr, dass man nicht zu 100% den Vorstellungen der Motorsport-Anhänger entspricht. Will man auch nicht. Lieber arbeitet das Team mit konstant guter Performance an der Wahrnehmung im Umfeld des Porsche Mobil 1 Supercup.

Der Supercup lebt von der Herausforderung. Die Fahrer haben hier erhebliche Chancen, Werksfahrer zu werden. Die Rennwochenenden finden gleichzeitig mit der Formel 1 statt. Das bietet also eine hohe Sichtbarkeit in den Medien und bei den Sponsoren.

Team Manager

Im Herzen einer Motorsport-Region zu Hause.

Der Rennstall Dinamic Motorsport liegt mitten in der Emilia Romagna – einer traumhaften Region, die in erster Linie für ihre Natur, kulinarische Spezialitäten oder mittelalterliche Architektur bekannt ist. Und für Motorsport? Auch das! Nach Modena sind es nur ein paar wenige Kilometer Richtung Süden. Wenn man schon auf der E45 ist, warum nicht direkt eine Autostunde weiter nach Imola auf den Autodromo Enzo e Dino Ferrari und ein paar Runden im 485 PS starken 911 GT3 Cup drehen? Wer dazu noch ein bisschen Dolce Vita an der Adria will, steuert den Kurs von Misano an. Vallelunga ist vor den Toren Roms und damit schon etwas weiter weg. Oder doch eher in Richtung Norden, an Mailand vorbei und dann Stopp machen in Monza? Dort, wo auch der Supercup im Rahmen der Formel 1 grandiose Rennen im ausverkauften königlichen Park feiert.

Autodromo, die Rennstrecke auf Italienisch. Davon gibt es im direkten Umfeld von Dinamic Motorsport mehr als genug. Emilia Romagna ist ein Zentrum für Motorsport, mit einer Vielzahl an Kursen in unterschiedlichen Layouts und damit auch der Möglichkeit, Autos zu testen und diese exakt abzustimmen. Analyse und Performance sind wiederum gute Stichworte, um der Frage auf den Grund zu gehen, warum Dinamic inzwischen ein reiner Porsche Rennstall ist und nicht die Zusammenarbeit mit einem lokalen Hersteller gewählt hat.

Verlässlichkeit und Emozione. Darum Porsche.

Man sei ein italienisches Team mit einem deutschen Mindset, meint Team Manager Bottazzi. Was konkret bedeutet, dass die Verbindung zum Rennsport sehr emotional sei und das Auto immer ein absolut heißblütiger Performer sein muss. Aber auch der Anspruch an Qualität und Verlässlichkeit wird bei Dinamic sehr hoch gehängt. In der idealen Verbindung aller Faktoren stand am Ende Porsche. Man habe sich also ganz bewusst für das Rössle auf goldenem Grund entschieden und nicht für den schwarzen Hengst auf Gelb oder den goldenen Bullen. Ein Kompliment, das man mit Sicherheit auch in Weissach gerne hört. Zumal Dinamic auch in anderen Rennserien sehr konsequent auf Porsche setzt.

Nachdem Ex-Rennfahrer Maurizio Lusuardi das Team 2011 gegründet hat, ist Dinamic Motorsport über den italienischen Carrera Cup in den Porsche Mobil 1 Supercup hineingewachsen. Mattia Drudi hat in der Supercup Debüt-Saison 2017 hinter dem Steuer gleich ein erstes Ausrufezeichen gesetzt und einen Podiumsplatz für das Team auf der Heimstrecke in Monza errungen – ein Ergebnis, das er 2018 noch toppen konnte. Allerdings gab es auch immer wieder Rückschläge oder junge Fahrer, die nicht konstant hohe Leistungen lieferten. Dank des überdurchschnittlichen Engagements im Team erreicht Dinamic in Summe dennoch immer wieder Platzierungen im vorderen Mittelfeld. Mit nachhaltiger Arbeit an der Qualität will Giuliano Bottazzi 2020 aus dem Mittelfeld heraus immer wieder an die Spitze des Feldes schießen. Sein klares Ziel ist es, einen grün-schwarz-weißen 911 GT3 Cup für Italien ins internationale Rampenlicht des Supercup zu bringen – und das heißt ganz oben auf das Podium.

Dies ist das vierte Jahr, in dem wir am Supercup teilnehmen – und wir wollen unser erstes Rennen gewinnen. Das wird natürlich keine leichte Aufgabe.

Team Manager

Die Teamwertung der vergangenen Jahre zeigt, dass Dinamic performt und seine Autos auf ein Top-Level bringt. Kommt neuerlich ein Fahrer von der Qualität eines Mattia Drudi oder wie 2019 der Däne Mikkel O. Pedersen dazu, sind auch Top-Platzierungen nur eine Frage der Zeit. Diese Feststellung ist im Porsche Mobil 1 Supercup aufgrund seiner sehr fairen Bedingungen grundsätzlich für alle Teams zu treffen. Aber dass Dinamic Motorsport siegen kann und den Durchbruch schafft, zeigt das Team bereits in anderen Rennserien.

Steckbrief Dinamic Motorsport

Das Team rund um Manager Giuliano Bottazzi hat nicht ohne Grund Racing im Blut: der Rennstall von Gründer Maurizio Lusuardi liegt zwischen den legendären Rennstrecken von Imola und Monza.

Teams 2020Porsche Mobil 1 Supercup

Dinamic Motorsport

Der Erfolg kommt. Es ist nur eine Frage der Zeit.

Die Blancpain GT Serie bestreitet Dinamic Motorsport mit dem zweiten Porsche Modell ihrer Flotte: dem Porsche 911 GT3 R. Hier konnte das Team 2019 mit dem Topfahrer Zaid Ashkanani, dem ehemaligen Porsche-Junior Klaus Bachler und Andrea Rizzoli gleich ihr allererstes Rennen in Monza gewinnen – entgegen allen Erwartungen und vor allem gegen die direkte Konkurrenz italienischer GT-Rennfahrzeughersteller. Es war der erste Porsche Sieg im Endurance Cup der GT-Rennserie seit sechs Jahren. Dinamic hat damit in beeindruckender Manier die Qualität des Rennstalls bewiesen. Zurück im Supercup und im Porsche 911 GT3 Cup wird auch hier ein Fahrer seine Chance erkennen und mit dem Team seine Karriere pushen. Auf die italienisch-deutsche Tour sozusagen.

Vielleicht schafft es schon in der Saison 2020 ein junger Fahrer wie #11 Jaden Conwright, der die Porsche Mobil 1 Supercup Virtual Edition auf Platz 3 der Rookie-Wertung beenden konnte. Oder der Norweger #10 Marius Nakken, der sich mit Teamkollege Conwright den 11. Platz in der Virtual Edition-Gesamtwertung teilte. Auch der österreichische ProAM #12 Philipp Sager hat in seiner Kategorie 2019 den 2. Platz eingefahren und ist für Überraschungen gut. Wünschen würden es dem Team nicht nur die italienischen Fans, sondern auch langjährige Beobachter des Porsche Mobil 1 Supercup.

Allein die Freundlichkeit und Leidenschaft zum Motorsport von Dinamic muss belohnt werden. Das zeigt sich einmal mehr im angenehmen Gespräch mit Gründer Maurizio Lusuardi, welcher englische Fragen selbstverständlich auf italienisch beantwortet – Team-Assistentin Linda Cesena übersetzt schließlich simultan. Was wäre eine internationale Rennsportserie ohne eine italienische squadra? Eben. Der Porsche Mobil 1 Supercup braucht genau diese Teams, die eine eigene Kultur und Vorstellung von Rennsport mitbringen und sich auf Basis von Fairness in höchster Qualität messen wollen. Buona fortuna, Dinamic.

Teilen

Verwandte Artikel

Lechner – die Rennerfolgsmaschine.

Porsche Mobil 1 Supercup 2020