5/6/2020

Lechner – die Rennerfolgsmaschine.

2010, 2011, 2014, 2016, 2017, 2018, 2019 – für die einen Jahreszahlen, für Lechner Racing eine Siegesserie. Fortsetzung? Ist in Arbeit.

Der Rennstall Lechner Racing schreibt als Porsche Mobil 1 Supercup Serienmeister der 2010er Jahre Rennsportgeschichte. Wie sich Lechner Racing selbst damit fühlt? Man darf annehmen, dass dieses Team die Einstellung „auf den Lorbeeren ausruhen“ nicht kennt, geschweige denn akzeptiert. Dazu hat Walter Lechner senior zu viel investiert und vor allem sehr konsequent seine Unternehmensphilosophie umgesetzt: Racing ahead since 1975. Ein anderes Ziel, als die Überführung der Dominanz aus den 2010ern in die 2020er Jahre dürfte es kaum geben.

Was aber ist das Geheimnis hinter dem Erfolg? Eine Antwort in einem Satz bekommt man hierzu von Walter Lechner senior selber nicht. Zumindest nicht in einem kurzen – was allerdings sehr zum Unterhaltungswert des Gesprächs beiträgt. Das führt einen von der Boxengasse des Porsche Mobil 1 Supercup über eine Kellner-Ausbildung im Hotel Sacher in Wien in eine Großraumdisco bei Salzburg Anfang der Siebziger, auf ein Kreuzfahrtschiff mit dem Ziel Amerika, durch Restaurants in Paris und London hin zu Pneu-Deals mit Bernie Ecclestone in Österreich und wieder zurück ins Jahr 2020 zum Firmenhauptsitz in Faistenau. Hut ab, was alles in ein Menschenleben passt.

Ein Leben voller Spurwechsel. Aber mit festen Zielen.

Der Mann ist schnell unterwegs. Berufskrankheit. Aber dabei darf kein Detail verloren gehen: Die Rennplanung, die Organisation des Teams und die Bedeutung von Sponsoren – jeder Baustein ist wichtig. Niemand darf zu kurz kommen. Ohne Support kein Erfolg. Ohne Erfolg kein Support. Eine einfache Rechnung – für Lechner Basisannahme. Auch wenn er es wohl anders formulieren würde. Kerniger, ohne dabei uncharmant zu sein. “Stabilität”, davon spricht er selber und ist überzeugt von deren Bedeutung für die Sache Motorsport. Seiner Sache, die in seinem Fall immer schon auch wirtschaftlichen Interessen gerecht werden musste. Von Anfang an, nachdem er ja nie selber Kart gefahren war, sondern erst mit Ende 20 als “Urlauber“ zum Rennsport gekommen ist.

War ich besonders gut und bin entdeckt worden? Nein. Aber ich habe mich eben sehr schnell damit befasst, wie ich mir das leisten kann.

Team Manager

Zurück ins Jahr 1973: Walter Lechners bereits erwähnte Disco in Salzburg lief blendend, aber Zeit für Urlaub gab es nicht und in diesem Sinne auch “kein eigenes Leben”. Bis zu jener nächtlichen Plauderei, als zwei Gäste mit der Aussage „Rennfahrerkurs, dauert nur vier Tage“ ins Schwarze trafen: ein kurzer Ausflug ins Cockpit ließ sich einrichten. Und damit war der Gastronom Walter Lechner Geschichte und der Rennfahrer Walter Lechner geboren. Allerdings ohne dabei aus dem Auge zu verlieren, dass man Geld braucht, um Rennen zu fahren – und Teams nur schnell sind, wenn sie nicht auf Basis von fehlenden Mitteln Kompromisse eingehen müssen.

Egal, ob Lechner dabei selber am Steuer saß – das übrigens sehr erfolgreich – oder später ausschließlich als Teamchef agierte. Der Schritt vom Gastronom zum Rennfahrer war gedanklich nur möglich, wenn er konsequent zum Lebensunterhalt beitrug und sich aus sich selbst finanzieren ließ. Stabilität muss man sich leisten können. Und mit diesem Investment kam der Erfolg.

Werkseinstellung? Podiumsplatz.

Natürlich – Felix Austria – ein bisschen Glück gehört auch dazu. Für Walter Lechner waren und sind das Top Mitarbeiter, wie beispielsweise Franzi Meier, der als seine rechte Hand vom jungen Mechaniker und talentierten Schrauber zu einem hochqualifizierten Ingenieur reifte und Lechner Racing heute mit Datenanalysen versorgt, steuert und auf die Strecke bringt. Aber auch der Umgang mit dem Thema Rennsport im Geschäft außerhalb des Porsche Mobil 1 Supercup, der Driving School, in der Lechner 1973 seine ersten Runden gefahren war und sie dann 1980 übernommen hatte, zeigt, dass zum Glück auch das Tüchtig-Sein gehört.

Die gute Nase, die Lechner Racing immer wieder für top Fahrertalente beweist, ist mit Sicherheit auch den Learnings aus eben dieser Driving School geschuldet. Top Talente frühzeitig ins Cockpit holen gibt dem Rennstall in der Breite Qualität und Konstanz, die in der vergangenen Dekade zeitweise unschlagbar war. Auch wenn es in manchen Jahren knapp wurde – am Ende standen sieben Porsche Mobil 1 Supercup Gesamtsiege zu Buche.

Es wollen alle gewinnen. Manche Meisterschaften haben wir nur mit einem Punkt gewonnen – da gehört auch Glück dazu.

Team Manager

Drei der sieben Titel der vergangene Dekade hat Lechner Racing zusammen mit Michael Ammermüller eingefahren. Als Fahrer für BWT Lechner Racing passt er perfekt zum Lechner Rennstall. Extrem erfolgsorientiert denkend, auf sehr schnellen Runden im Rennen unterwegs. Aber eben auch fähig, den absoluten Siegeswillen und die Risikobereitschaft zu kontrollieren, um das große Ziel – den Gesamtsieg – nicht in einem Rennen beim Kampf um Platz 1 aufs Spiel zu setzen. Ein Rennstall, wie ein Telemetriedatenschreiber: Alles ist präzise aufeinander abgestimmt, greift perfekt ineinander – für drei Team-Einschreibungen mit aktuell sechs Fahrern im Porsche Mobil 1 Supercup. Der Erfolg, den BWT Lechner Racing, Lechner Racing Middle East und Momo Megatron Lechner Racing in der Rennserie bis dato hatten, gibt dem Rennstall Lechner Racing dafür recht.

Steckbrief Lechner Racing

Lechner Racing unter der Leitung von Team Manager Walter Lechner senior hat seine Wurzeln im österreichischen Faistenau bei Salzburg.

Teams 2020Porsche Mobil 1 Supercup

BWT Lechner Racing

Teams 2020Porsche Mobil 1 Supercup

Momo Megatron Lechner Racing

Teams 2020Porsche Mobil 1 Supercup

Lechner Racing Middle East

Wenn wir einen Traditionskurs wie Monaco gewinnen, ist das Adrenalin pur. Und dann schaut man sich um und genießt die Menschen um einen herum – diesen Flair!

Team Manager

Die Freude am Erfolg.

Die Farbe Rosa auf dem Lechner Flaggschiff BWT Lechner Racing der vergangenen Jahre signalisiert vor allem eines: Erfolg. Zudem gibt sie auch einen unfreiwilligen Hinweis auf eine weitere Facette des Lechner Teams – den Spaß am Rennsport. Der ist bei aller Disziplin und Kalkül auch im Lechner Rennstall entscheidend. Schließlich macht er das unbeschreibliche Flair des Rennsports aus, das vor über 40 Jahren einen jungen Mann, gebürtig aus Wien und wohnhaft in Salzburg, dazu brachte, sein Leben umzukrempeln und Rennfahrer zu werden. Da war und ist ein starkes Feuer, das für den Sport brennt. Also letztendlich genau das, was man von einem Seriensieger erwartet.

Teilen