3/24/2020

Über die Erkenntnisse von Valencia.

Es herrschten sommerliche Temperaturen im spanischen Valencia. Doch zum reinen Vergnügen war man nicht hier. Man hatte ein straffes Programm unter der spätsommerlichen Sonne: In Valencia fanden auch dieses Jahr wieder die offiziellen Testfahrten aller Formel E Teams für die Saison 2019/20 statt – und diese lieferten wertvolle Erkenntnisse.

Es waren drei intensive Testtage für das TAG Heuer Porsche Formual E Team. Schließlich war man gekommen, um sich unter realistischen Bedingungen das erste Mal der Konkurrenz zu stellen und um bestmögliche Erkenntnisse über Fahrzeug, Rennverlauf und die neue Rennserie zu gewinnen. Respektvoll, aber furchtlos reiste man nach Valencia. Schließlich ist man kein Unbekannter im Motorsport, auch wenn es die erste Saison überhaupt für Porsche in der vollelektrischen Rennserie ist. Aber die Konkurrenz ist groß in der Formel E. Und erfahren dazu. So waren die Testtage von besonderer Bedeutung für das TAG Heuer Porsche Formual E Team – obwohl sie für die Porsche Piloten Neel Jani und André Lotterer durch zwei Unfälle teilweise etwas verkürzt waren.

Schikane und Chance.

Neu und anspruchsvoll werden die Rennen der kommenden Formel E-Saison für das Team sein: Schmale Straßen und enge Kurven – alles mitten in den Metropolen rund um die Welt. Der Circuit Ricardo Tormo in Valencia ist ebenfalls ein anspruchsvoller Kurs, auch wenn er sich von den komplexen Rundstrecken der anderen Städte unterscheidet.

Dass die Formel E eine ganz neue Herausforderung ist, war auch vor den Tagen im Süden kein Geheimnis: Sowohl technisch als auch fahrerisch unterscheidet sich die Rennserie von ihren Schwesterveranstaltungen. Um dies auch in der vergangenen Woche bestmöglich zu simulieren, wurde der Kurs beispielsweise auf einer Geraden mit Hilfe einer künstlichen Schikane zusätzlich verengt. Eine nicht einfach zu fahrende Passage – das musste auch Werksfahrer André Lotterer erfahren, als er die Wand touchierte und dadurch seinen Porsche 99X Electric beschädigte. Doch selbst dieser Unfall wurde als Chance verstanden: denn das Team wurde mit dem Ernstfall konfrontiert und musste das Fahrzeug reparieren, bevor es weitergehen konnte. Mit Erfolg, denn beide Porsche 99X Electric konnten am dritten Tag wieder auf die Strecke und so die Tests am Freitag fortgesetzt werden. Typisch für Porsche, dass sich also auch in der Formel E der Blick nur nach vorn richtet: kein Hadern, kein Zweifeln, dafür absoluter Zusammenhalt im Team.

Wertvolle Zeit.

In mehrerer Hinsicht waren es also aufschlussreiche Tage in Spanien: Man hat die Zeit genutzt, um nicht nur verschiedene Fahrzeugeinstellungen zu testen, sondern auch den gesamten Rennablauf im Zusammenspiel zu erproben. So konnten die beiden Piloten möglichst viel Zeit auf der Strecke verbringen und ordentlich Kilometer sammeln: André Lotterer drehte 154 Runden auf insgesamt 476 Kilometer, Neel Jani fuhr 119 Runden und damit rund 368 Kilometer auf dem Circuit Ricardo Tormo. „Es ist ein sehr intensiver Lernprozess. Die Rennsimulationen waren für uns sehr interessant und hilfreich“, sagt Neel Jani nach den Tagen in Valencia.

Vieles ist neu, und so gibt es nach den Testtagen noch die ein oder andere Hausaufgabe zu erledigen – gut, dass man dabei auf die Erfahrung der beiden Fahrer bauen kann. Die in Valencia gewonnenen Daten werden nun in Weissach ausgewertet und die Tage bis zum Rennen am 22. November ausgiebig genutzt, um weitere Optimierungen vorzunehmen und dann bestens gerüstet nach Riad zu reisen. Auch wenn also noch ein Stück Arbeit vor dem TAG Heuer Porsche Formula E Team liegt, ist die wichtigste Erkenntnis aus Valencia: Das Team ist heiß auf den Start der Formel E Saison.

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