3/24/2020

Daytona International Speedway

In den USA gibt es wohl kaum eine geschichtsträchtigere Rennstrecke als Daytona. Seit über 60 Jahren ist der Name zum Synonym für Rennsport geworden. Kein Wunder, denn Daytona Beach gilt als Geburtsstätte der NASCAR. Und genau dafür wurde der etwa 4 Kilometer lange Daytona International Speedway ursprünglich gebaut. Ohne dabei Tourenwagen und GT-Sport zu vergessen.Bereits 1959 entstand der sogenannte „Sports Car Course“. Eine Variante der Strecke, die das Tri-Oval an 2 Stellen verlässt, um ins mit Kurven und Schikanen gespickte Innenfeld zu führen. Auf diesem mehrfach angepassten Rundkurs finden seit 1966 die 24h von Daytona statt. Heute ist der Kurs 5,73 Kilometer lang und neben den Steilkurven vor allem für die gigantische Tribüne mit Platz für über 100.000 Zuschauer bekannt. Wie man die mit schnellen Runden beeindruckt, haben wir hier mit Tipps von Porsche Werksfahrer Laurens Vanthoor zusammengefasst.

Daytona ist der einzige Track in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship, der aus einer Kombination aus Highspeed-Oval und normalem Rundkurs besteht. Bis zu 31° Überhöhung in den Steilkurven des NASCAR-Tri-Ovals erlauben hohe Kurvengeschwindigkeiten und damit ein sehr hohes Durchschnittstempo.

Der Daytona International Speedway hat keine klassische Start-Ziel-Gerade, da der Kurs mit einem langen, schnellen Linksknick beginnt. Der ist durch die hohen gefahrenen Geschwindigkeiten und viel Platz auf der Strecke die beste Stelle für Überholmanöver. Im Windschatten kann man sich hervorragend an die Kontrahenten heranpirschen. Doch Vorsicht am Kurvenausgang, dem Übergang zu Sektion 2.

Der Wechsel vom Oval ins Infield ist knifflig. Hier geht die Überhöhung in den normalen, flachen Rundkurs über. Das bedeutet, die Kurve muss gefühlvoll angebremst werden, da mit abnehmender Neigung geringere Kurvengeschwindigkeiten möglich sind. Im zweiten Gang wird die enger werdende Linkskurve innen geschnitten, man kommt nahe an die Begrenzungswand. Dann geht es nach außen, Speed mitnehmen für die folgende Rechts-links-Kombination, die man ohne Probleme mit Vollgas durchfahren kann.

Nach einer kurzen Geraden geht es auf die Rechtskurve „International Horseshoe“ zu. Die langsamste Kurve des gesamten Tracks. Sie wird im ersten Gang genommen, dabei darauf achten, dass man nicht zu spät einlenkt oder von zu weit links außen anfährt. Den Kurvenradius so legen, dass man möglichst weit innen fährt, denn dort ist der meiste Grip.

Über eine Gerade geht es – vorbei am sogenannten „Porsche Platz“ auf der linken Seite – auf Kurve 4 zu. Die leichte Linkskurve ist recht einfach und sehr schnell zu fahren. Am besten mit einer sich öffnenden Linie am Ausgang. Um sich so direkt in der Mitte der Strecke zu positionieren. Das ist wichtig für die nächste Kurve. Die ist sehr weit, man kann lange auf der Bremse bleiben, eine sehr weite Linie fahren. Und damit viel Speed mitnehmen. Vorsicht, die Curbs am Ausgang sind holprig und können Unruhe ins Fahrzeug bringen. Kurve 6 ist dann die letzte Kurve, bevor es ins Oval geht. Hier geht es vor allem darum, so viel Geschwindigkeit wie möglich in das Oval mitzunehmen. Nicht einfach, da der Kurvenausgang uneben ist.

Kurve 7 ist die berühmte Steilkurve des Ovals in Daytona mit unglaublichen 31° Neigung. Hier gilt: „Slow is low“ – wer langsamer ist, macht schnelleren Fahrzeugen Platz, indem er die Kurve weiter unten fährt. Die Linkskurve kann mit Vollgas gefahren werden – das verschafft etwas Zeit, um die Systeme zu kontrollieren oder Infos ans Team zu geben.

Mit Vollgas geht es auf die berühmte „Bus Stop“-Schikane zu. Hier gilt es, spät anzubremsen – etwa bei dem Schild mit der „1“ am rechten Zaun. Dann runterschalten in den Vierten und so viel Speed wie möglich mit in die Linkskurve nehmen. Darauf achten, die Scheitelpunkte vom ersten und zweiten Linksknick zu erwischen – beim Rechtsknick dazwischen wird er ignoriert. So schnell es geht wieder voll aufs Gas. Jedes bisschen Geschwindigkeit zählt für den folgenden Highspeed-Abschnitt. Hier kann man im Windschatten bis zu einer halben Sekunde herausholen.

Teilen