3/24/2020

Die Formel E

Fanboost in Frankreich und Attack-Mode in Mexiko – diese Szenarien werden in der kommenden Formel E Saison für das TAG Heuer Porsche Formula E Team zum Rennalltag gehören. Bevor das Team in Riad sein erstes Rennen bestreitet, klären wir die wichtigsten Fragen der Rennserie. Doch erstmal zurück in die Startaufstellung.

Von der Serviette in die Season 6.

Was wie eine verrückte Geschichte klingt, ist die Geburtsstunde der ersten vollelektrischen Rennserie. Als am 3. März 2011 in einem Pariser Restaurant die ersten Ideen auf eine Serviette notiert wurden, war die Formel E geboren. Die Vision: Eine Rennserie, die das Potential nachhaltiger Mobilität auf höchstem Niveau beweist.

Wenn 8 Jahre später, am 22. November 2019, in Riad der Startschuss für die Rennen der Formel E fällt, rollt diese bereits in die 6. Saison. Dieses Jahr werden insgesamt 14 Rennen in 12 Metropolen auf 5 Kontinenten ausgetragen – und das gegenläufig zum „normalen“ Rennkalender. Traditionell startet die Formel E im Winter und geht bis in den Sommer des kommenden Jahres. Dann wird der Meisterschaftskampf der 24 Fahrer aus 12 Teams entschieden sein und die Saison ihr Ende finden. Doch bis es soweit ist, warten erst zahlreiche Herausforderungen auf das TAG Heuer Porsche Formula E Team und jede Menge Highlights auf die Fans. Keine andere Rennserie bringt den Sport so nah zu den Zuschauern wie die Formel E. Denn gefahren wird nicht auf den bekannten Rennstrecken der Welt, sondern direkt in den Städten auf ausgewählten und abgesperrten Rundkursen. Die Formel E kommt in die Städte und beweist: Sie ist keine Motorsport-Einbahnstraße.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit.

Eventcharakter und Motorsport – mit einem Blick für die Zukunft. Das jedoch nicht nur technologisch, sondern mit Fokus auf unsere Umwelt. Die ABB FIA Formula E Championship – so der offizielle Name der Rennserie – ist die einzige mit rein elektrisch betriebenen Rennfahrzeugen ausgetragene Veranstaltung im Motorsportzirkus. Es gehört zum Markenkern der Formel E, einen umweltschonenden Ansatz zu verfolgen. Dies beschränkt sich nicht nur auf das Rennen selbst. Der Formel E Rennkalender ist so konzipiert, dass die Veranstaltungsorte möglichst nah bei einander liegen. Bis auf die Fahrzeuge wird alles renntechnisch Notwendige per Schiff und Zug transportiert. Somit zählt für die Formel E ein ganzheitlicher Ansatz: Nachhaltig mit den Ressourcen umgehen – das gilt folglich nicht nur für den Rennbetrieb, sondern auch für die Logistik.

Der Renntag und der Kampf um die Meisterschaft.

In der Regel findet das Rennevent an einem Tag statt – außer zu Saisonbeginn und beim Doppelfinale zum Ende der Saison. So schafft man es, die Einschränkungen für die austragende Partnerstadt so gering wie möglich zu halten. Auf dem Programm stehen an einem Renntag für alle Teams ein freies Training am Vormittag, ein Qualifying zur Mittagszeit und das Rennen am Nachmittag. Neigt sich die Saison dem Ende zu, wird es noch spannender im Kampf um die Titel. Die Formel E Meisterschaft besteht aus zweien: Einen für den besten Fahrer, einen für das beste Team. Berechnet werden bei der Meisterschaft alle gesammelten Punkte der Fahrer. Der mit den meisten Punkten gewinnt die Einzelmeisterschaft, das Fahrerpaar mit den meisten Punkten während der Saison holt den Titel für das gesamte Team.

Das Rennen und seine Besonderheiten.

Schnell geht es zu in der Formel E – manchmal auch etwas turbulent. Die Strecken durch die Städte dieser Welt sind schmal, die Kurven eng. Die Rennen werden über die Dauer von 45 Minuten plus eine Runde ausgetragen und fordern Fahrkönnen auf höchstem Niveau. Die verwinkelten Stadtkurse sorgen für besondere Spannung und garantieren enge Rennverläufe. Bei aller Dynamik steht für Fahrer und Teams dennoch eines auf dem Weg zum Podium im Vordergrund: das Energie-Management. Denn die Anforderungen der Rennen in der Formel E unterscheiden sich deutlich zu denen in anderen Serien. Vor allem durch zwei Besonderheiten hebt sich die elektrische Rennserie ab: Den Fanboost und den Attack-Mode.

Aktiv ins Renngeschehen eingreifen – wahrscheinlich der Wunsch vieler Motorsport-Fans. Direkt Neel Jani und André Lotterer unterstützen? Dank dem Fanboost ist das bei der Formel E möglich. Eine fünftägige Online-Abstimmung vor jedem Rennen via Hashtag auf Twitter, der Formula E-App sowie auf der offiziellen Formel E-Homepage gibt den Fans des TAG Heuer Porsche Formula E Team die Chance, unsere Fahrer mit ihrer Stimme zu unterstützen. Der Fahrer mit den meisten Stimmen bekommt eine temporäre Leistungssteigerung von 50 kW für das anstehende Rennen. Die Führung verteidigen oder das entscheidende Überholmanöver einleiten – wird der Fanboost aktiviert, leuchtet das Halo-System am Fahrzeug violett auf. Das ist jedoch in der Formel E nicht die einzige Möglichkeit, einen Extraschub Power zu erhalten. Zusätzliche Kilowatt liefert der Attack-Mode. Durchfährt ein Fahrer die gekennzeichnete Fläche des Attack-Mode, die sich außerhalb der Ideallinie befindet, muss er dafür einen längeren Weg in Kauf nehmen – wird aber mit zusätzlichen 35 kW Leistung belohnt. Jeder Fahrer ist per Reglement verpflichtet, den Attack-Mode während des Rennens zu nutzen. Wann er das tut, ist eine strategische Entscheidung, die erst im Rennen oder kurz davor getroffen werden kann: Die genaue Anzahl der Aktivierungen sowie die Dauer der zusätzlichen 35 kW des Attack-Mode werden erst unmittelbar vor Beginn durch die Rennleitung veröffentlicht und variieren von Strecke zu Strecke. Ist der Modus aktiviert, leuchtet wie beim Fanboost das Halo-System auf – diesmal blau. Das richtige Haushalten und die passende Strategie samt dem Einsatz von Fanboost sowie Attack-Mode sind neben der perfekten Fahrzeugabstimmung die zentralen Punkte für den Erfolg in der Formel E.

Die Formel E verspricht intensive Rennen und wir sind uns sicher, dass es eine aufregende Saison wird. Wir werden sehen, was sich seit dem Tag damals im März in dem Pariser Restaurant getan hat. Vielleicht schauen wir dort vorbei – schließlich findet die Formel E auch in der Stadt der Lichter statt. Wie könnte es auch anders sein.

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