3/24/2020

Mission Profirennfahrer – Talente auf der Überholspur

An die Momente nach dem Rennen des Porsche Mobil 1 Supercup im britischen Silverstone erinnert sich Ayhancan Güven genau: Erst streckt er beide Hände zu Fäusten geballt in die Luft, dann springt der 21-Jährige seinem Teamchef Philippe Alméras überglücklich in die Arme. Soeben hat Güven sein erstes Rennen im Supercup gewonnen: „Das war ein unglaubliches Gefühl. Mein Video vom Jubel auf dem Podium haben fast eine Millionen User auf Twitter gesehen.“ Der türkische Nachwuchsrennfahrer ist einer von sechs Rookies, die ihr Talent diese Saison im internationalen Supercup unter Beweis stellen.

Neben Güven möchten auch Kantadhee Kusiri (Thailand), Dorian Mansilla (Argentinien), Joey Mawson (Australien), Marius Nakken (Norwegen) und Ewan Taylor (Südafrika) den nächsten Schritt ihrer noch jungen Karriere im Supercup gehen. Auffällig: Die Youngster blicken auf bisher völlig unterschiedliche Lebensläufe. Güven entdeckte seine Leidenschaft für den Motorsport über Simracing und hat in der Szene mit mehreren Titeln auf sich aufmerksam gemacht. Als aktueller Champion des Porsche Carrera Cup France und der Porsche GT3 Cup Challenge Benelux konnte er zudem bereits Erfolge im Cup-Fahrzeug feiern. Auch Nakken und Taylor saßen im deutschen Carrera Cup bereits im Cockpit des 485 PS starken Porsche 911 GT3 Cup. Für Mawson, der 2016 Champion in der ADAC Formel 4 wurde, ist es dagegen das Debüt-Jahr im GT-Sport. Der 18-jährige Mansilla tauscht in dieser Saison das erste Mal Kart gegen hochmotorisiertes Rennfahrzeug. Kusiri war in seiner Heimat überwiegend im Tourenwagen-Sport am Start.

Auf ihrem Weg zum Profi-Rennfahrer erhalten die sechs Rookies im Porsche Mobil 1 Supercup Unterstützung von einem Experten: Renn-Profi Marco Seefried ist als Coach an den Wochenenden dabei. Der ehemalige Supercup-Fahrer jubelte schon bei traditionsreichen Motorsportevents auf dem Podium. Auf seinem Konto hat er Klassensiege bei den traditionsreichen Langstreckenrennen in Daytona, Sebring und auf dem Nürburgring. Von solchen Titeln träumen auch die Rookies im Supercup. Dafür erhalten die Talente ein intensives Coaching von Seefried. An jedem Rennwochenende stehen ein gemeinsamer Trackwalk, eine detaillierte Streckenanalyse sowie Einzelgespräche auf dem Plan. Während der Sessions beobachtet Seefried seine Schützlinge genau. Danach erhält jeder individuelles Feedback. Kurve für Kurve bespricht Seefried die optimalen Bremspunkte, erklärt Besonderheiten wie Track Limits und zeigt Rennszenen aus dem vergangenen Jahr. Für seine sechs Rookies ist Seefried aber mehr als nur der Coach. Neben Tipps für die richtige Linie auf der Strecke geht es manchmal auch um persönliche Themen. Der Weg zum Profi-Rennfahrer – eben mehr als nur der Schnellste auf der Strecke zu sein.

Wie wertvoll der Karriereschritt Porsche Mobil 1 Supercup ist, beweist ein Blick in den Rückspiegel. Fahrer wie z.B. Earl Bamber, Jörg Bergmeister, Timo Bernhard, und Kévin Estre überzeugten im internationalen Markenpokal und gehören heute zum Werksfahrerkader von Porsche. Auch die Porsche Young Professionals Matt Campbell, Matteo Cairoli, Mathieu Jaminet und Dennis Olsen zeigten ihr Talent im Supercup. „Wir freuen uns, dass schon so viele Talente den Porsche Mobil 1 Supercup als Sprungbrett in den Profi-Motorsport genutzt haben“, erklärt Oliver Schwab, Leiter der internationalen Premium-Serie.

Über Titel jubeln – das wollen auch Güven, Kusiri, Mansilla, Mawson, Nakken und Taylor. Dieses Jahr stellen sie sich dem Porsche Mobil 1 Supercup. Eine Herausforderung mit besonderem Flair. Seit seiner Debütsaison 1993 gehört der Markenpokal zum Rahmenprogramm der Formel-1-Weltmeisterschaft. Traditionsreiche Rennstrecken wie die Ardennen-Achterbahn Circuit de Spa-Francorchamps, die Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza und der legendäre Stadtkurs von Monaco zählen zum Rennkalender. „Für die Entwicklung junger Fahrer“, betont Güven, „ist der Supercup perfekt. Mein Ziel ist es, mich zu verbessern. Sollte ich irgendwann einmal Werksfahrer sein, wäre das ein Traum. Ich muss dafür aber mit Leistung überzeugen, denn nur meine eigene Arbeit kann ich beeinflussen.“

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