3/24/2020

Eine City Story aus Marrakesch

Was treibt einen der außergewöhnlichsten Modeschöpfer der Welt an?

Während das TAG Heuer Porsche Formel E Team auf den Straßen der Welt unterwegs ist, begegnen wir dort gemeinsam mit Neel und André jenen Menschen, die genau wie wir von einem Hunger nach mehr angetrieben werden.

Zwischen den bunten Marktständen der Medina von Marrakesch, treffen wir den Modeschöpfer Amine Bendriouich um mehr über seine Leidenschaften und den unstillbaren Durst nach Kreativität zu erfahren. Was bringt ihn dazu, jeden Tag etwas Neues zu erschaffen?

Dies ist die Geschichte von Amine Bendriouich.

So etwas wie Niederlagen gibt es nicht ... denn es gibt eben nicht nur den einen Weg, um dorthin zu kommen, wo man hin will.

Ein Satz, der die gesamte Lebensphilosophie eines Mannes auf den Punkt bringt. Und dieser Mann ist Amine Bendriouich – Modedesigner von Will Smith und Alicia Keys, Schneider, Installationskünstler, DJ, Musiker und Visionär, von der Vogue zu einem der 100 revolutionärsten Kreativen gewählt. Aber Amine mag keine Labels, bezeichnet sich selbst vielmehr als „Uniformschöpfer für Nonkonformisten“. Oder als Träumer, der keine Träume sondern vielmehr Visionen verwirklicht.

Auf jeden Fall ist für Amine genug niemals wirklich genug. Das zeigt sich allein dann, wenn man sich mit ihm hinsetzen will – und wir verwenden das Wort „sitzen“ im weitesten Sinne. Denn Amine ist wie ein Kind im Süßwarenladen: Er kann einfach nicht lange nichts tun.

Und so ruht er sich auch nicht auf seinen Lorbeeren aus. Stillstand kommt für ihn nicht in Frage. Eine Haltung, die angeboren scheint, so sehr atmet und lebt er sie mit allem was er tut.

Und das schon seit seiner Jugend: Der junge Amine ist knapp bei Kasse und kann es sich nicht leisten, ein Mädchen einzuladen. Also findet er eine ungewöhnliche Lösung für dieses altbekannte Problem. Mädchen stehen auf Mode, so denkt er sich, und fängt an, Kleidung zu entwerfen und die Damenwelt mit seinen Skizzen zu beeindrucken. Sehr zur Verwunderung seiner Freunde funktioniert das auch noch. Problem? Lösung.

Und von nun an kam eins zum anderen.

Im Jahr 2009 gewann Amine den Createurope-Preis und trat bald darauf in die glitzernde Welt der Mode ein, indem er mit Freunden ein Label gründete. Unter dem Namen „Hmar ou Bikhir“ („Dumm und Gut“) wurde ihr T-Shirt-Label mit starken und engagierten Botschaften bekannt.

Obwohl dies bereits für Aufsehen in der marokkanischen Modewelt sorgte und deren klassische Ästhetik störte, war das für Amine erst der Anfang. Unbeeindruckt von jeglichen Herausforderungen und Reaktionen machte er sich auf seinen ganz persönlichen Weg zum Ruhm. Sein Modelabel „Couture & Bulls**t“ für urbane Unisex-Mode war schon bald weniger Marke als Stoff gewordene Attitüde.

Eine asexuelle Modelinie in einem sehr traditionellen Land zu kreieren, schockierte nicht wenige. Aber genau das wollte Amine. Wellen schlagen. Etwas Neues machen. Die Welt bewegen. Inspirierendes Beispiel sein.

Dabei ist Amines Haltung nichts anderes als ansteckend. Er wird von dem Verlangen angetrieben etwas zu erschaffen. Davon, nicht zu wissen, wohin ihn seine Reise führt, aber dem Weg zu vertrauen. Oder wie er es ausdrücken würde: dem Schicksal. Was auch zu seiner einzigartigen Herangehensweise an Leben und Karriere führt:

Die erste Möglichkeit – mach es gut. Die zweite Möglichkeit – mach es sehr gut. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

Und genau dieses selbstbewusste Zugehen auf die Welt und das Leben ist es, das ihn von Design zu Design, von Kreation zu Kreation, Event zu Event, Musikstück zu Musikstück, von Show zu Show und zum Start seines neuesten Labels „Djellabas und Tricks“ führte. Eine Modekollektion als Fusion von Pop, urbaner Ästhetik und marokkanischem Kulturerbe. Mit einem Augenzwinkern und während er seinen gelockten Schnurrbart zwirbelt, macht Amine jedoch schnell klar, dass dies nur ein kleiner Zwischenstopp auf seiner endlosen Reise ist, bei der es darum geht, immer besser zu sein und mehr zu machen als gestern.

Amines Neugier kennt keine Grenzen. Er ist Student und Professor in einer Person. Ein Denker und Magier und, so wie wir ihn kennen gelernt haben, immer bereit, uns auf seine Reise mitzunehmen.

Was bedeutet „Staying Hungry“ für Sie?

Amine: Hungrig zu bleiben bedeutet, am Leben zu bleiben. Das ist mein alltäglicher Zustand – hungrig nach Leben! Hungrig nach neuen Geschichten, hungrig, neue Leute kennen zu lernen, hungrig nach neuen Ideen...

Und was ist Ihr innerer Antrieb?

Amine: Bleib inspiriert und inspirier andere. Um meinem Leben eine Bedeutung zu geben. Um alles zu tun was mir möglich ist, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen, denke ich.

Was motiviert Sie von außen?

Amine: Die Menschen. Das Leben. Menschen sind meine größte Inspiration in jeglicher Hinsicht. Und damit meine ich das, was sie tun, was sie sagen, was sie denken, was sie fühlen, was sie schaffen. Egal ob Musik, Film, Kleidung, Tanz, Zeichnungen.... Wirklich, es sind die Menschen.

Warum tun Sie das? Was ist Ihr Traum, Ihre Idee?

Amine: Mein Traum ist es, Flügel zu haben! Aber da es Menschen noch nicht möglich ist, Flügel zu haben, besteht meine Vision darin der Welt zu zeigen, dass es, selbst wenn man von dort kommt, wo ich herkomme, möglich ist, seine Träume zu verwirklichen.Den Kindern, die aus dem gleichen Ort kommen, die in der gleichen, unterprivilegierten Situation wie ich einst sind. Denen zu zeigen, dass es möglich ist, zu inspirieren, Dinge zu schaffen, die von Bedeutung sind. Ich mache etwas, das dazu beiträgt, Geschichte zu verändern, Geschichte, die bereits etabliert ist.

Wie erreichen Sie Ihre Ziele?

Amine: Arbeiten. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Was haben Sie aus Ihrer eigenen Geschichte gelernt?

Amine: Ich schreibe noch immer meine Geschichte. Wir sind selbst dafür verantwortlich, unsere eigene Geschichte zu schreiben. Wir können nicht zulassen, dass andere sie für uns schreiben und entscheiden, wer wir sind oder was wir tun und was wir zu tun haben. Also müssen wir uns jeden Tag inspirieren lassen, um zu wissen, wie unsere Geschichte weitergeht.

Was haben Sie aus Fehlern oder den Fehlern anderer gelernt?

Amine: Mit dem weiter zu machen, was wir machen. Man sollte Fehler als Freunde sehen, nicht als Feinde. Wenn du dich mit deinen Fehlern anlegst, machen sie dich fertig. Dann werden sie zu Misserfolgen. Wenn sie deine Feinde sind, mach sie zu deinen Lehrermeistern.

Haben Sie irgendwelche Vorbilder?

Amine: Wenn man Vorbilder hat, bedeutet das dann, dass man die Dinge so tun muss, wie sie es getan haben? Ich weiß es nicht, ich versuche einfach, mich von so vielen Menschen wie möglich inspirieren zu lassen. Ich selbst sage immer: „Ich bin ein Meister in nichts und Student von allem.“Man kann in jedem Moment, von jeder Person, aus jeder Situation etwas lernen. Und das mache ich mir immer wieder bewusst. So ziehe ich aus diesen Momenten alles was ich brauche und gehe dann weiter.

Warum Kleidung kreieren, die Kontroversen auslöst?

Amine: Es ist nicht die Kleidung, die eine Kontroverse auslöst. Es sind die Ideen, die eine Kontroverse auslösen. Kleidung ist Kleidung, es ist nur Stoff. Aber Ideen haben schon immer Kontroversen hervorgerufen, sei es in der Musik, in der Mode, in Filmen oder in Büchern. Ich möchte, dass die Menschen nachdenken. Ich will, dass die Menschen ihren Verstand benutzen. Ich will, dass die Menschen ihre Sicht auf die Welt neu entwickeln. Und die Art und Weise, wie sie das Leben erleben. Deshalb ist es wichtig, denn wer braucht sonst noch Kleidung?

Um mehr über Amines Geschichte zu erfahren, folge unseren City Stories auf @tagheuerporschefe

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