3/24/2020

Eine City Story aus Santiago de Chile.

Während das Porsche-Formel-E-Team mit seinem Debüt Neuland auf den Straßen der Welt betritt, treffen wir genau dort auf die Menschen, die unseren Hunger nach mehr teilen. Die, die wie wir ihre Komfortzone verlassen, um ihrer Leidenschaft zu folgen. Was ihr Antrieb ist? Dies ist die Geschichte des chilenischen Street Artist Karim Sabal Benito, der der traditionellen Leinwand den Rücken gekehrt hat, um seine Kunst auf die Straße zu bringen.

Als der erste Spritzer metallisch blauer Farbe auf den Ziegelstein trifft, weiß Karim, dass er genau da ist, wo er hingehört. Auf die Straßen von Santiago. Und dass er genau das macht, wofür seine Hände und sein Geist bestimmt sind: ein Statement abzugeben, das Leben der Menschen bunter zu machen und etwas aus dem Nichts zu erschaffen.

Karim ist einer von ungefähr 800 Künstlern, die ihre Leidenschaft mit den Straßen von Santiago teilen. Einer Stadt, die bekannt ist für ihre Kreativität, ihre politische und philosophische Kunstbewegung, für ihre blühende Musikszene und einige kulinarische Revolutionen. Kurz gesagt, Santiago ist das perfekte zu Hause für die Rastlosen.

Die Haltung, das Traditionelle zu ignorieren und das Außergewöhnliche zu tun, findet sich hier an jeder Straßenecke, jeder Backsteinmauer, jeder Geschäftsfassade und in jeder Gasse in Santiagos kreativem Stadtteil Bellavista. Ein lebendiges Viertel zwischen dem Mapocho-Fluss und San Cristobal Hill, das als Quartier Boheme bekannt ist, die Heimat von Santiagos „Kuratoren der Straße“ und ihren Kunstwerken.

Und genau hier, am Ort unseres dritten Formel-E-Rennens überhaupt, sprechen wir mit Karim darüber, was ihn antreibt, zur Sprühdose anstatt zum Pinsel zu greifen und seine Spuren in dieser bunten Stadt zu hinterlassen anstatt auf einer Leinwand.

Also, was hat dich dazu inspiriert, Street Artist zu werden?

Karim: Angefangen hat alles damit, Bilder auf die Straße zu kratzen. So wie eigentlich bei den meisten von uns, die heute Wandbilder malen. Ich komme aus der Graffiti-Szene, vom Graffitimalen. Heute mische ich diesen Stil mit meinen Wandbildern. Meine Designs sind heute graphischer. Ich gestalte sie. Was mich motiviert hat? Verschiedene Dinge. Die Schule, meine Schulkameraden haben Bilder gekratzt und gemalt. Ich habe angefangen, Stencils zu kreieren, angefangen, Design zu studieren. Dazu kamen Figuren, Schrift und so weiter. Mehrere Menschen haben mich inspiriert. Meine Mutter war Malerin. So war das.

Woher nimmst du die Motivation, deine Leidenschaft weiter voranzutreiben?

Karim: Ich finde meine Motivation auf den Straßen, auf denen ich angefangen habe zu malen und für immer malen werde. Es sind die Straßen, die mich motivieren. Ich liebe es zu sehen, dass die Leute mögen, was ich male, und dass sie glücklich sind, wenn sie vorbeigehen, dass es ein Faktor für soziale Veränderungen sein kann ...

Was hat Street Art, das andere Kunstformen nicht haben?

Karim: Es ist eine Ausdrucksform, bei der dir niemand Grenzen setzt. Jeder kann es tun, und zwar dort, wo er will. Weil es frei ist. Weil es eine Kunstform ist, die dir Freiheit und auch Vertrauen gibt. Die viele positive Dinge in einem hervorbringen kann.

Wieso hast du dich dazu entschlossen, Straßen zu dekorieren, anstatt Werke für die Galerie zu produzieren?

Karim: Ich finde Street Art ist wichtiger, erfüllender für mich und für die Menschen. Weil sie auf der Straße stattfindet, für jeden sichtbar. Kostenlos. Du musst nicht in eine Kunstgalerie gehen mit den Leuten, die angeblich eine gewisse Bedeutung in der Kunstszene haben. Ich glaube daran, dass ein Künstler auf der Straße mehr gewürdigt wird, als wenn er in irgendeiner Galerie ausstellt. Das gilt auch für die von uns, die vom Graffiti kommen und dann direkt zur Wandmalerei übergegangen sind. Wir kennen uns auf der Straße aus, wir wissen, was sich abspielt, wie sie sich verändert. Wie die Straße tickt.

Interessieren dich Erfolg, deine Fans oder was sie sagen werden?

Karim: Nein, das kümmert mich nicht. Insofern ist mir auch egal, was die Leute sagen. Zumindest bei destruktiver Kritik. Um konstruktive Kritik kümmere ich mich schon, ich will wissen, ob meine Botschaft ankommt oder sie tatsächlich fröhlich sind, wenn ich etwas zu ihrem alltäglichen Leben beitrage.

Hast du jemals daran gedacht, diese Leidenschaft aufzugeben?

Karim: Nein, niemals. Sie ist Teil meines Lebens. Ein integraler Bestandteil meines Lebens, wie Zähne putzen oder Unterwäsche anziehen. Es ist etwas so Persönliches, das schon ein Teil von mir ist.

Was treibt dich an?

Karim: Freude und die Möglichkeit, meine Kunst den Menschen zu zeigen. Das macht mich glücklich, ich bin froh, dass ich meinen Beitrag leisten kann.

Um die ganze Geschichte von Karim in Santiago zu sehen, folge unserer „Off The Track“-Serie @tagheuerporschefe

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