3/24/2020

Porsche Esports Days auf der IAA 2019

Porsche hat auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt das Potenzial realitätsnaher Rennsimulationen als eine neue Motorsportgattung sowie für professionellen Esports aufgezeigt.

Im Rampenlicht standen dabei die besten Teilnehmer der Online-Rennserie Porsche Esports Supercup (PESC) sowie SimRacing-Talente, die sich zuvor online qualifiziert hatten. Sie traten auf dem Messestand von Porsche in Show-Rennen live gegeneinander und gegen die Werksfahrer des TAG Heuer Porsche Formula E Teams an. Ziel war es, die faszinierende Welt des Esports Racings einem größeren Publikum vorzustellen.

Porsche macht die Faszination des virtuellen Motorsports erlebbar

Die Porsche Esports Days auf der IAA boten dem professionellen SimRacing eine prominente Bühne. In den Mittelpunkt rückte dabei die gemeinsame Leidenschaft für den Motorsport, die Porsche mit der Online-Community verbindet.

SimRacing ist inzwischen weitaus mehr als bloß ein Computerspiel: Moderne Rennsimulationen bilden die Herausforderungen, die auch professionelle Fahrer auf der realen Rennstrecke meistern müssen, bis ins Detail ab. Dies reicht von der richtigen Fahrwerksabstimmung über die Gewichtsverteilung bis hin zum Umgang mit den Reifen – auch in Rennsimulationen wirken sich kleinste Veränderungen an den Rennwageneinstellungen unmittelbar auf die Performance aus.

Porsche hat es sich zum Ziel gesetzt, SimRacing als vollwertige Motorsport- und spannende Esports-Kategorie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Daher standen bei den Porsche Esports Days auf der IAA neben dem spannenden Renngeschehen auch Talk-Runden mit professionellen SimRacern auf dem Programm. Sie vermittelten dem Publikum interessante Einblicke in diesen Sport.

SimRacing ist nah dran am realen Motorsport

Die Gemeinsamkeiten zwischen virtuellem und realem Rennsport sind erstaunlich groß. Wer auf höchstem Niveau bestehen will, benötigt hier wie dort präzises Fahrkönnen, profunde Streckenkenntnisse, ein tiefes Verständnis für das Fahrzeug und große Konzentrationsfähigkeit – sowie Nerven aus Stahl, um aus dem direkten Wettbewerb als der Sieger hervorzugehen.

Porsche ist seit diesem Jahr selbst im Esports Racing aktiv und hat in Zusammenarbeit mit iRacing den Porsche Esports Supercup (PESC) aus der Taufe gehoben. In dieser Online-Rennserie treten die besten SimRacing-Talente gegeneinander an. Ebenso wie die erfolgreichsten Porsche Rennfahrer aus dem realen Motorsport wird der Meister der Debütsaison im Rahmen der „Night of Champions“ geehrt. Alle Titelanwärter des PESC nahmen an den Porsche Esports Days auf der IAA teil.

Überblick: Porsche Esports Supercup

Auf dem Messestand von Porsche in Frankfurt lieferten sich mit den Deutschen Maximilian Benecke, Martin Krönke und Patrick Holzmann sowie Joshua Rogers (Australien), Mitchell deJong (USA) und Sebastian Job (Großbritannien) am Samstag die sechs bestplatzierten PESC-Teilnehmer ein spezielles Online-Schaurennen gegen 24 Konkurrenten. Das Sextett war eigens für diese Veranstaltung zur IAA gereist und musste sich an das ungewohnte Umfeld ebenso gewöhnen wie an die Zuschauer vor Ort. Die übrigen Fahrer kämpften bequem von zuhause aus. Als virtuelles Sportgerät diente der Porsche 911 GT3 Cup. Die Rennen wurden über das iRacing Esports-Netzwerk für ein internationales Publikum live gestreamt.

Reiner Showevent: Die „24 Minuten von Frankfurt“

Bei den „24 Minuten von Frankfurt“ gingen drei Teilnehmer an den Start, die am Einstieg von Porsche in die Welt von Esports und SimRacing maßgeblich beteiligt waren. Marco Ujhasi zeichnet als Manager Esports bei Porsche Motorsport für das sportliche Engagement verantwortlich. Kevin Bobbitt ist Marketing-Direktor bei iRacing. Dritter im Bunde war Porsche Werksfahrer Neel Jani. Der Le-Mans-Gesamtsieger und Langstreckenweltmeister von 2016 ist aktuell Stammpilot im neuen TAG Heuer Porsche Formula E Team. Als Gegner des Trios traten die PESC-Fahrer Joshua Rogers, Sebastian Job und Maximilian Benecke an.

Für das 24-Minuten-Rennen auf dem virtuellen Circuit de la Sarthe in Le Mans kamen drei verschiedene Rennwagen zum Einsatz: neben dem Porsche 911 RSR und dem dreimaligen Le-Mans-Gesamtsieger Porsche 919 Hybrid auch der Porsche 911 GT3 Cup, das aktuelle Basisfahrzeug des PESC. Wie beim echten Langstreckenklassiker fuhr das Feld vom Tageslicht in die Dunkelheit.

Das Schaurennen stellte eindrucksvoll das verblüffend realistische Niveau unter Beweis, auf dem sich Porsche und iRacing in puncto SimRacing bewegen – von den lasergescannten Streckenansichten bis hin zur akkuraten Anmutung der Rennwagen, die auf echten Fahrzeugdaten beruhen.

PESC-Rennen ohne Meisterschaftswertung

Nach dem Show-Event lieferten die PESC-Teilnehmer dem Publikum eine Kostprobe ihres Könnens. Das Rennen auf der IAA zählte nicht zur Meisterschaft, diente den Fahrern aber als willkommene Möglichkeit, sich intensiv auf den letzten PESC-Lauf am folgenden Wochenende vorzubereiten. Hinzu kam eine Siegprämie in Höhe von 1.500 US-Dollar. Insgesamt wurden 10.000 US-Dollar an die Teilnehmer ausgeschüttet.

Sportkommissare sorgten dafür, dass die Regeln eingehalten und zum Beispiel die Streckenbegrenzungen beachtet wurden. Im Sinne der Fairness sprachen sie in seltenen Fällen auch Strafen aus. Einige Fahrer mussten folglich das zweite Rennen aus der Boxengasse in Angriff nehmen.

Den Sieg sicherte sich der Franzose Jeremy Bouteloup mit einem Vorsprung von 1,2 Sekunden auf Jarrad Filsell aus Australien. Beide Fahrer hatten sich während des Rennens aus jedem Drama herausgehalten. Als bester von jenen sechs Teilnehmern, die auf der IAA-Bühne unter dem unmittelbaren Druck der Zuschauer an den Start gegangen waren, erreichte Maximilian Benecke das Ziel auf Platz sieben. Für die anschauliche Demonstration ihres Könnens ernteten sie anhaltenden Applaus. Vor den Porsche Racing Simulatoren bildeten sich anschließend lange Warteschlangen.

Formel E für die Fans

Im zweiten Teil der Porsche Esports Days auf der IAA stand der Einstieg des Sportwagenherstellers in die Formel E im Fokus. Im November 2019 feiert das TAG Heuer Porsche Formula E Team seine Premiere in dieser rein elektrischen Rennserie, die dann in ihre sechste Saison startet.

Die Formel E zieht ein besonders junges Publikum an, die Mehrheit der Social-Media-Follower ist unter 35 Jahre alt. Durch die Integration von speziellen Gaming-Features in die echten ePrixs, eigene Veranstaltungen und entsprechende Online-Rennspiele pflegt die Formel E eine einzigartige interaktive Nähe mit den jüngeren Fans.

Formel E im Fahrsimulator

Für das nächste Schaurennen am Sonntag wechselten die Simulatoren auf dem IAA-Messestand von Porsche in den Formel-E-Modus – der Einstieg des Sportwagenherstellers mit dem neuen Porsche 99X Electric in diese Rennserie steht kurz bevor. Das Steuer übernahmen mit Neel Jani und André Lotterer die beiden Werksfahrer der Marke. Auf dem virtuellen Stadtkurs von Monte Carlo traten sie gegen erfahrene SimRacer an, die Porsche im Vorfeld der IAA durch die „Hotlap-Challenge“ auf dem Formel-E-Stadtkurs von Monte Carlo online ermittelt hatte.

Formel E-Schaurennen

Wie schon beim PESC-Rennen unterstrich auch der Formel-E-Lauf, wie nah virtuelles und reales Racing heute beieinanderliegen – in Sachen Linienwahl, Streckenkenntnis und Fahrzeugbeherrschung agierten Profifahrer und Online-Spezialisten auf einem vergleichbar hohen Niveau. Die Anspannung, Konzentration und Intensität des Wettbewerbs übertrug sich auch auf die Zuschauer.

Beim nächsten Lauf trafen die beiden Porsche Werksfahrer auf die Social-Media-Influencer Davegaming und Misha Charoudin sowie Joshua Rogers – Sieger der Porsche SimRacing Trophy 2019 – und Nils Naujoks, den Gewinner des Porsche Esports Carrera Cup Deutschland 2019. Im Sinne der Chancengleichheit fuhr das gemischte Feld ein Rennen auf einem fiktiven Kurs: Alle sechs Fahrer erhielten die gleiche Zeit, um sich mit dem „Lester GP Circuit“ vertraut zu machen. Lotterer bewies eine rasche Auffassungsgabe und wurde Zweiter hinter Rogers.

Die Esports Days zusammengefasst

Porsche hat auf der IAA das Potenzial von Rennsimulationen und damit verbundenen Esports-Wettbewerben einem breiten Publikum erfolgreich nähergebracht. Für den Sportwagenspezialisten und die Formel E spielt SimRacing eine wichtige Rolle, um noch mehr Menschen für Motorsport zu begeistern. Daher wird Porsche sein Engagement in den PESC parallel zu seinem Einstieg in die Formel E zur Saison 2019/2020 weiter ausbauen.

Teilen